Kennen Sie das auch? Abgesehen von ein paar hartnäckigen Rechnungen wirkt der gute alte Hausbriefkasten vor der Tür inzwischen oft wie ein Lost Place. Doch manchmal passiert es: Ein kreativer Werbebrief bringt plötzlich Farbe in das graue Einerlei der Fensterumschläge. Was früher ein Ärgernis war, wird zum interessantes Ereignis – und zieht die entsprechende Aufmerksamkeit auf sich.
Diese Aufmerksamkeit schlägt sich häufig unmittelbar in harten Verkaufszahlen nieder, wie die aktuelle CMC Print-Mailing-Studie 2026 zeigt: Demnach erzielen physische Mailings an Bestandskunden eine beachtliche Conversion Rate (CVR) von durchschnittlich 4,0 Prozent. Doch nicht nur das: Print-Mailings steigern auch den Umsatz. Die Empfänger gaben im Rahmen der Studie knapp 25 Prozent mehr aus als bei vorherigen Bestellungen. Auch der ROAS war mit 961 Prozent beachtlich. Mit jedem eingesetzten Werbe-Euro machten Werbetreibende hier also 9,61 Euro Umsatz.
Ein wesentlicher Grund für diese starken Ergebnisse dürfte sein, dass Print-Mailings lange nachwirken. Wirklich lange. Während die digitale Werbe-Mail blitzschnell im Outlook-Papierkorb landet – häufig noch bevor die Betreffzeile vollständig gelesen wurde – wartet das Print-Mailing geduldig auf seine Chance. 46 Prozent der durch sie ausgelösten Bestellungen gehen der Studie zufolge erst ab der fünften Woche (!) nach Versand ein. Das ist Entschleunigung in Perfektion.
Hybrid ist besser
Dabei ist man in der Werbebranche ursprünglich eher vom Gegenteil ausgegangen: Rewe beispielsweise hat seine gedruckten Prospekte bereits vor Jahren eingestellt und setzt vollständig auf digitale Kanäle. Das spart Kosten, wirkt modern und passt perfekt in die Logik datengetriebener Kommunikation. Doch die Realität der Konsumenten ist hybrider.
Der aktuelle „Prospektmonitor 2026“ des IFH Köln zeigt, dass 97 Prozent der Befragten zumindest gelegentlich gedruckte Prospekte nutzen, 74 Prozent sogar mindestens einmal pro Woche. Gleichzeitig kombinieren mittlerweile 88 Prozent der Prospektleser gedruckte und digitale Angebote – ein Rekordwert. Print ist also alles andere als tot.
Natürlich wird niemand die Digitalisierung der Angebotskommunikation zurückdrehen. Apps, digitale Prospekte und Loyalty-Programme bleiben wichtige Bestandteile moderner Customer Journeys. Aber immer mehr kristallisiert sich heraus: Erfolgreiche Kommunikation funktioniert heute hybrid. Kunden denken nicht in Kanälen. Sie möchten stöbern, vergleichen, entdecken – mal digital, mal gedruckt.
Vielleicht liegt die Zukunft der Werbung deshalb nicht im „Entweder-oder“, sondern im intelligenten Zusammenspiel aus Print und Digital. Für Marketer wäre eine solche Strategie nicht nostalgisch, sondern ausgesprochen profitabel.
Schon gehört?
Nach mehr als einem Jahr warten ist es endlich so weit: Alexa+ ist ab sofort in Deutschland im Rahmen eines Early-Access-Programms verfügbar. Die dank KI deutlich aufgeschlaute Sprachassistentin soll bessere und natürlichere Gespräche ermöglichen als ihre Vorgängerversion.
Alexa+ ist während des Early Access für alle kostenlos. Danach ist sie ohne zusätzliche Kosten in der Prime-Mitgliedschaft enthalten – ohne Mitgliedschaft kostet das Abo 22,99 Euro im Monat. Für Reichweite ist somit gesorgt, bleibt abzuwarten, wie die Vermarktung anläuft und ob Voice-Commerce nun endlich den lang erhofften Durchbruch schafft.
Doch Abwarten ist nicht immer die beste Option, wie die Entwicklung rund um Generative Künstliche Intelligenz zeigt. So wäre die Gegend zwischen Nordsee und Alpen ein sehr lukratives Pflaster für einen deutschen KI-Anbieter gewesen. Leider war ChatGPT schneller: Deutschland ist OpenAIs größter Markt in Europa und ein Top-3-Markt für zahlenden Abonnenten. Auch bei den wöchentlich aktiven Nutzern liegt Deutschland in Europa auf Platz 1 bei OpenAI. ChatGPT hat 900 Millionen wöchentliche Nutzer weltweit.
Übrigens: Dass man mit KI nicht nur Testimonial-Avatare und Werbespots generieren kann, beweist Snapchat. Die Messenger-App führt KI-gesponserte Snaps ein. Marken können auf der Plattform eigene KI-Agenten einsetzen, mit denen Nutzende dann interagieren sollen, indem sie zum Beispiel Fragen stellen und personalisierte Empfehlungen erhalten – alles direkt im KI-Chat.
In diesem Sinne. Bleiben Sie inspiriert!


