Paulaner bringt eigene Cola ab März 2026 in die Läden – Spezi-Marke wächst weiter

Paulaner startet im März 2026 mit einer eigenen Cola – und greift damit im umkämpften Softdrink-Markt an.
Die Spezi von Paulaner ist schon lange etabliert. Nun will der Hersteller eine Cola auf den Markt bringen. (© IMAGO / MiS)

Paulaner bringt ab Anfang März 2026 eine eigene Cola in den Handel. Wie die tz berichtet, soll das Getränk in der Woche ab dem 2. März 2026 in den Geschäften verfügbar sein. Produziert wird bereits seit kurzem am Standort München-Langwied, wo die Brauerei seit rund zehn Jahren sitzt.

Der Launch ist mehr als nur ein neues Produkt im Regal. Paulaner reagiert damit auch auf die Lage im Kerngeschäft: Der Alkoholkonsum sinkt seit Jahren, der Bierabsatz liegt auf einem Rekordtief. Wachstum sieht die Branche vor allem bei alkoholfreien Varianten. Paulaner setzt deshalb stärker auf Softdrinks. Zur Spezi und zu Orangen- und Zitronen-Limo kommt nun eine koffeinhaltige Cola hinzu. Die Spezi selbst werde seit 1974 in unveränderter Rezeptur hergestellt, das Rezept liege „gar in einem Safe“, berichtet die tz. Im Labor habe ein Team rund zwei Jahre an der Cola gearbeitet

In die Produktion geht es mit spürbarer Schlagzahl: Laut tz laufen 90.000 Dosen pro Stunde über die Linie. Bei den Flaschenfüllern sind es fünf Anlagen mit je 50.000 Flaschen pro Stunde, allerdings nicht dauerhaft nur für Cola, sondern auch für Spezi und Bier. Zum Start soll es die Cola zunächst in 0,33-Liter-Dosen und Mehrweg-Flaschen geben.

Eine 0,5-Liter-Flasche Spezi komme auf fast 50 Gramm Zucker und knapp 200 Kilokalorien, Coca-Cola in 0,5 Liter auf 53 Gramm Zucker und 210 Kilokalorien. Wie süß die neue Paulaner-Cola konkret ausfällt, bleibt offen.

Paulaner und der Spezi-Streit

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt auch wegen Paulaners harter Kante in Markenfragen. Erst im August 2025 gewann das Unternehmen vor dem Landgericht München I im Streit um das Spezi-Design gegen Berentzen. Berentzen muss demnach die Mio Mio Cola+Orange in der beanstandeten Aufmachung vom Markt nehmen. Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher wurde damals so zitiert: „Wir freuen uns, dass das Gericht vollumfänglich unserer Rechtsauffassung gefolgt ist“. Im Raum standen Ordnungsgelder bis zu 250.000 Euro, außerdem mögliche Schadenersatzforderungen und sogar die Vernichtung bereits produzierter Flaschen.

Und: Paulaner denkt längst über Deutschland hinaus. Im Oktober 2025 meldete das Unternehmen eine Einigung mit Namenserfinder Riegele, die Spezi-Expansion ins Ausland ermöglicht. In diesem Jahr soll Spezi unter anderem in der Schweiz, Spanien, Italien, Frankreich und Polen starten.

Unterm Strich zeigt der Cola-Start vor allem eins: Paulaner baut das Softdrink-Geschäft systematisch aus, die Marke will wachsen Jetzt folgt der Härtetest im Regal.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.