Coolblue will mit Inhouse-Kampagne den deutschen Elektrohandel erobern

Coolblue ist führender Elektronikhändler in den Niederlanden und Belgien. Jetzt will das Unternehmen seine Präsenz in Deutschland ausweiten - mit einer nationalen TV-Kampagne aus eigener Feder. Kann die Marke den Platzhirschen gefährlich werden?
Beratung, Lieferung, Installation - die erste TV-Kampagne von Coolblue in Deutschland zeigt die gesamte Costumer Journey - inklusive der echten Mitarbeitenden.
Beratung, Lieferung, Installation - die erste TV-Kampagne von Coolblue in Deutschland zeigt die gesamte Costumer Journey - inklusive der echten Mitarbeitenden. (© Coolblue)

Coolblue startet seine erste Werbeoffensive in Deutschland – und setzt dabei auf eine „100-prozentige Eigenproduktion“, wie es in der Pressemitteilung des Konzerns heißt. Ziel der Produktion: Nicht weniger als die gesamte Customer Journey in 30 Sekunden darstellen und damit das eigene Serviceversprechen bundesweit sichtbar machen.

Schnelle Schnitte und assoziative Bilder sollen die Botschaft unverblümt vermitteln. Statt Schauspielern stehen in den zwei Spots explizit echte Coolblue-Beschäftigte vor der Kamera. Das sei Teil der Unternehmenskultur: „Markenbotschafter sind bei Coolblue keine gebuchten Gesichter, sondern die Menschen, die das Markenversprechen tatsächlich jeden Tag leben.“

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Wie bei der Lieferung und Installation setze man auch in allen Kommunikationsformaten ausschließlich auf eigene Mitarbeitende. Das sieht man auch auf der sehr aktiv bespielten deutschen YouTube-Seite des Unternehmens. Doch warum als Serviceclaim „Alles für ein Lächeln“ gewählt wurde, ergibt sich daraus nicht. Darauf wollen eher die vielen visuellen Wortspiele hinaus, die nahtlos in das rasante Storytelling eingepflegt wurden.

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Seit dem 20. April 2026 werden die beiden Assets national in TV und Radio ausgestrahlt. „Der Schritt ins nationale Fernsehen markiert einen Meilenstein unserer Expansion: Wir skalieren nicht nur unsere Reichweite, sondern unser Versprechen“, wird Urs Möller, Country Manager Germany bei Coolblue, in der Pressemitteilung des Unternehmens zitiert.

Der Underdog mit großen Plänen

Die TV-Kampagne verfolgt die klassische Marktschreier-Logik. Hierzulande dürften aktuell nur wenige den Namen Coolblue kennen. Bisher war die Kommunikationsstrategie des Elektronikhändlers auch regional ausgerichtet – namentlich auf Belgien und die Niederlande, in denen die Coolblue Marktführer ist.

Jetzt will die Marke auch hierzulande stärker angreifen. Deklariertes Ziel ist es, die eigene Infrastruktur ausbauen – und mit einer nationalen TV-Kampagne zeitgleich die Marken-Bekanntheit steigern. Bis 2029 soll Deutschland der größte Markt des Unternehmens werden.

Mit der TV-Kampagne positioniert sich Coolblue nicht nur neben den nationalen Elektronikhändlern MediaMarkt-Saturn, Expert und Euronics, sondern mit dem Versprechen auf Online-Shopping und Lieferung am nächsten Tag auch als Alternative zu beispielsweise Amazon – alles feste Größen der hiesigen Shopping-Kultur.

Die Expansionspläne ergeben dennoch Sinn. In keinem anderen EU-Land ist der Umsatz im Elektrohandel ansatzweise so groß wie in Deutschland (25,7 Mrd. Euro 2023). Der Umsatz hierzulande beträgt mehr als vierfache der Märkte in den Niederlanden und Belgien kombiniert.

Maurice Mühlberg (mm, Jahrgang 2003) ist seit August 2024 Werkstudent bei der absatzwirtschaft. Geboren und aufgewachsen nahe Leipzig, widmet er sich nun dort seinem Politikwissenschaftsstudium. Er ist zudem ehrenamtlich als Ressortleiter im Wissenschaftsressort der Leipziger Hochschulzeitung „luhze“ aktiv und beschäftigt sich als Autor viel mit dem Thema Nachhaltigkeit.