Thalia-Marketingchefin will zuhören, verstehen und Transparenz schaffen

Seit dem 1. November ist Alexa Deters Geschäftsführerin Sortiment und Marketing bei Thalia. Im Interview spricht sie davon, wie komplex die Buchbranche ist und was ihre weiteren Pläne für das Unternehmen sind.
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Die vorherigen Stationen von Alexa Deters waren der Modehändler Peek & Cloppenburg und der Warenhauskonzern Galeria.   (© Thalia, Montage: Wolfram Esser)

Frau Deters, bitte fassen Sie Ihre ersten 99 Tage als Geschäftsführerin Sortiment und Marketing bei Thalia in einem Satz zusammen. 
 
Intensiv, thematisch mannigfaltig und geprägt von vielen Gesprächen, aus denen ich großen Respekt für das Unternehmen und viel Lust auf die gemeinsame Weiterentwicklung mitgenommen habe. 
 
Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Wochen im Unternehmen gewonnen? 
 
Thalia ist ein Unternehmen mit enormer Leidenschaft für Inhalte, Kundinnen und Kunden sowie für die Buchkultur – und gleichzeitig mit einem sehr klaren Anspruch, sich ständig weiterzuentwickeln. 
 
Was hat Sie dabei am meisten überrascht? 
 
Jede Branche behauptet gerne von sich, die jeweils „komplexeste“ zu sein – aber ich attestiere: die Buchbranche ist es wirklich!  
 
Mit welcher Herausforderung hatten Sie so nicht gerechnet? 
 
Mit der Vielfalt an Themen, die im Zusammenspiel von Sortiment, Marketing, Vertrieb und Supply Chain gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangen, und das mitten in einem umfassenden Transformationsprozess. Das erfordert konsequente Priorisierung und gemeinsames Ausrichten.  
 
Wie unterscheidet sich die Unternehmenskultur bei Thalia von der an Ihren früheren Wirkungsstätten? 
 
Ich bin überzeugt davon, dass es nie nur „die eine“ Unternehmenskultur gibt. Ich habe großes Glück und auch dazu beigetragen, mich bisher an jeder Wirkungsstätte wohlgefühlt zu haben und wohlzufühlen. Thalia agiert sehr werteorientiert, diskussionsfreudig und gleichzeitig respektvoll, mit einem starken Fokus auf langfristige Erfolge statt kurzfristiger Effekte. 
 
Was waren Ihre ersten Veränderungsmaßnahmen? 
 
Zuhören, verstehen und Transparenz schaffen. Mir war und ist wichtig, erst einmal ein gemeinsames Bild von Zielen, Rollen und Entscheidungswegen zu entwickeln, bevor wir an größeren Stellschrauben drehen. 
 
Welche weiteren Pläne haben Sie für das Unternehmen? 
 
Ich möchte Sortiment und Marketing noch konsequenter vom Kunden aus denken, dateninformierte Entscheidungen stärken und gleichzeitig die emotionale Kraft von Geschichten, Marken und Erlebnissen weiter ausbauen. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Weg nur mit einem gemeinsamen Verständnis und der partnerschaftlichen Beziehung zu unseren Verlagen und Lieferanten möglich ist.  
 
Wenn Sie sich etwas wünschen könnten: Was soll man einmal über die Kombination Alexa Deters und Thalia sagen?  
 
Das ist mehr als ein guter Fit – strategisch und kulturell.  

Dieses Interview wurde schriftlich geführt. 

Anna Lena Hartmann (alh, Jahrgang 1997) ist seit August 2023 Werkstudentin bei der absatzwirtschaft. Im grünen Herzen Deutschlands aufgewachsen, lebt sie nun aufgrund ihres Germanistikstudiums in Leipzig. Zuvor verbrachte sie einige Jahre an der juristischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Ihr breites Wissens- und Interessenspektrum betrifft Themen wie Sport, Wirtschaft und Gesundheit.