Herr Vazquez, bitte fassen Sie Ihre ersten 99 Tage als neuer Chief Marketing Officer bei Too Good To Go in einem Satz zusammen.
Es war eine Mischung aus Energie, Ideen, Informationen und Taten, und wir haben uns in eine dringende, globale und hoffnungsvolle Mission gestürzt, während wir gleichzeitig Schwung für das nächste Kapitel des Wachstums unseres Unternehmens aufgebaut haben.
Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Wochen aus der neuen Perspektive gewonnen?
Too Good To Go ist weit mehr als nur eine App: Es ist eine globale Kraft, die unser Verständnis von Unternehmen und deren Einfluss verändert. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass Nachhaltigkeit kein Privileg ist und nicht teuer sein muss. Es ist möglich, einen positiven Einfluss zu erzielen und gleichzeitig ein gutes Geschäft zu stärken. Hinter den Zahlen stehen unglaublich engagierte Teams, Nutzer und Partner, die alle an dasselbe glauben: Lebensmittelverschwendung macht keinen Sinn und stellt gleichzeitig eine große Chance für alle dar.
Was hat Sie dabei am meisten überrascht?
Die Kraft unserer Community. Ich wusste, dass wir Nutzer hatten, und zwar viele, aber die Art und Weise, wie sie als echte Botschafter agieren, stolz ihre Überraschungstüten in den sozialen Medien teilen und andere inspirieren, ist etwas, von dem die meisten Marken nur träumen können. Allein auf TikTok werden rund 1700 Videos geteilt, mit durchschnittlich 23 Millionen Aufrufen!
Mit welcher Hürde hatten Sie so nicht gerechnet?
Jeder Markt hat seine eigenen Rhythmen und kulturellen Gewohnheiten in Bezug auf Lebensmittel. Diese Komplexität ist eine Herausforderung, aber auch der Grund, warum wir flexibel bleiben und unsere Mission auf jedem Markt auf seine eigene authentische Weise zum Ausdruck bringen.
Wie unterscheidet sich die Unternehmenskultur bei Too Good To Go von der an Ihren früheren Wirkungsstätten?
Bei Too Good To Go herrscht ein echtes Gleichgewicht zwischen Zweck und Leistung. Die Mitarbeitenden bringen ihre ganze Persönlichkeit mit zur Arbeit, was sich in Kreativität und Schnelligkeit widerspiegelt.
Was waren Ihre ersten Veränderungsmaßnahmen?
Wir verlagern unseren Fokus darauf, Gewohnheiten zu ändern und Teil des Alltags unserer Nutzer zu werden. So haben wir beispielsweise damit begonnen, unsere Nutzer dazu anzuregen, vor dem Lebensmitteleinkauf bei Too Good To Go vorbeizuschauen. Zudem starten wir eine globale Markenkampagne, die unsere Community vereint und gleichzeitig viel Raum für lokale Stimmen lässt.
Welche weiteren Pläne haben Sie für die Marke Too Good To Go?
Wir wollen unsere Wirkung über die App hinaus ausweiten. Das bedeutet: Wir setzen auf stärkere Storytelling-Maßnahmen, größere Community-Kampagnen und kontinuierliche Innovationen bei der Vernetzung von Nutzern und Partnern. Dabei bleiben wir stets unserer Win-Win-Win-Philosophie treu: Wenn Too Good To Go weiter wächst und Gutes tut, gewinnen die Menschen, gewinnen wir, gewinnen die Partnerunternehmen und gewinnt der Planet.
Was waren auf diesem Weg die ersten konkreten Schritte?
Im Rahmen unserer neuen kreativen Markenkampagne „United Against Food Waste“, die Nutzer weltweit zusammenbringen und gleichzeitig in bestimmten Märkten für Aufsehen sorgen soll, bereiten wir Aktivierungen für alle Kanäle und Stakeholder vor. Gleichzeitig arbeite ich mit Teams daran, uns darauf zu einigen, wie wir Menschen dazu anregen können, ihre Gewohnheiten im Alltag zu ändern.
Wenn Sie sich etwas wünschen könnten: Was soll man einmal über die Kombination Federico Vazquez und Too Good To Go sagen?
Dass wir gemeinsam einen kulturellen Wandel anstoßen und den Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung zu etwas Selbstverständlichem, Freudigem und Unaufhaltsamen machen konnten.
Dieses Interview wurde schriftlich geführt.
