„Labubu“ vs. Barbie: Viralhit überholt Traditionsmarke – jetzt kommen die Mini-Labubs

Labubu, der „ugly-cute“ Plüschstar aus China, macht den Konzern Pop Mart an der Börse wertvoller als Mattel. Nun kommen die Mini-Labubus.
Pop Mart Mini Labubu Doll Mini version Labubu doll in a Pop Mart store in Chongqing, China on August 28, 2025. Chongqing Chongqing China PUBLICATIONxNOTxINxCHN Copyright: xCFOTOx i1756417083421
Labubus sind ein Hit und bescheren dem Hersteller Pop Mart hohe Gewinne. Nun kommen die Mini-Labubus auf den Markt. (© Imago / CFoto)

Was als niedlicher Schlüsselanhänger begann, hat sich zu einem globalen Wirtschaftsphänomen entwickelt. Das Sammelspielzeug Labubu treibt den chinesischen Konzern Pop Mart zu Rekordergebnissen: Im ersten Halbjahr 2025 schnellte der Umsatz um 204 Prozent nach oben, der Gewinn vervierfachte sich nahezu. Wie Reuters berichtet, steuerte allein die „The Monsters“-Serie um Labubu 4,81 Milliarden Yuan bei – 35 Prozent des Gesamtumsatzes.

Der Erfolg ist so durchschlagend, dass Pop Marts Börsenwert zeitweise sogar Branchengrößen wie den Barbie-Hersteller Mattel überholte. Jetzt legt das Unternehmen nach: Mini-Labubus, die sich an Smartphones clippen lassen, sollen den Hype weiter anheizen. Nach den Halbjahreszahlen legte die Pop-Mart-Aktie um mehr als zehn Prozent zu. Firmenchef Wang Ning stellte für 2025 einen Jahresumsatz von über vier Milliarden US-Dollar in Aussicht. So berichtet Fortune von der aggressiven Expansionsstrategie des Konzerns.

Labubu: Prominente als Markenbotschafter

Den Kult um die Figur befeuern längst internationale Stars. Von Rihanna bis hin zu Kim Kardashian – die Prominentenliste der Labubu-Träger liest sich wie das Who’s Who der Popkultur. Tennis-Star Naomi Osaka brachte jüngst sogar einen kristallbesetzten Labubu als Glücksbringer mit auf den Court der US Open.

Auch Tennis-Star Naomi Osaka ist ein Labubu-Fan (Credit: IMAGO/JOHN ANGELILLO).
Auch Tennis-Star Naomi Osaka ist ein Labubu-Fan (Credit: IMAGO/JOHN ANGELILLO).

Doch der Erfolg hat seine Schattenseiten. In Großbritannien musste Pop Mart den Verkauf in den Stores vorübergehend einstellen, nachdem es an Drop-Tagen zu Tumulten und Schlägereien gekommen war, Medien dokumentierten chaotische Szenen im Londoner Westfield-Center. Augenzeugen berichteten der Presse von „fighting and shouting“ – Begriffe, die man eher mit Konzerten als mit Spielzeugverkäufen verbindet.

Fälschungen werden zum Problem

Parallel dazu überschwemmen Fälschungen – ironisch „Lafufus“ genannt – die Märkte. Die US-Produktsicherheitsbehörde CPSC warnte vor Erstickungsgefahr durch bruchanfällige Nachbauten. Britische Trading Standards melden massenhafte Beschlagnahmen. Pop Mart selbst geht juristisch gegen mutmaßlich gefälschte Ware vor – eine Klage gegen 7-Eleven-Filialen in Kalifornien läuft bereits.

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Dennoch: Der Erfolg des Konzerns ist beachtlich. Und dieser ist kalkuliert: Pop Mart beherrscht das Spiel mit Verknappung, saisonalen Drops und dem Blind-Box-Prinzip meisterhaft. Diese Mechaniken befeuern sowohl den Sammeltrieb als auch das Social-Media-Sharing. Die Halbjahreszahlen sprechen eine deutliche Sprache: 204 Prozent Umsatzplus, knapp 400 Prozent mehr Nettogewinn.

Die entscheidende Frage bleibt jedoch: Wie nachhaltig lässt sich ein Hype dieser Dimension skalieren? Und wie balanciert ein Unternehmen Begehrlichkeit, Produktsicherheit und Markenschutz, ohne dabei die eigene Community zu verlieren? Pop Marts nächste Quartalsberichte werden zeigen, ob Labubu mehr ist als nur ein vorübergehender Rausch.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.