Große Online-Marktplätze wie Amazon, Ebay oder Temu informieren ihre Kunden häufig nicht vollständig über die Herkunft ihrer Produkte. Und das, obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV).
In einer Stichprobe analysierten Verbraucherschützer vom 20. März bis 7. April insgesamt 30 Produktseiten aus den Kategorien Spielzeug, Elektronik und Kleidung – jeweils drei pro Plattform. Keines der geprüften Angebote enthielt alle verpflichtenden Angaben. Vor allem Kontaktdaten von Herstellern oder Händlern fehlten, teilweise waren Warnhinweise unvollständig oder gar nicht vorhanden.
Otto: „Halten uns an Informationspflichten“
„Online-Marktplätze boomen – aber mit dem Wachstum steigt auch die Zahl unsicherer Produkte“, sagte VZBV-Vorständin Ramona Pop. „Bei Problemen ist oft unklar, wer haftet. Immer wieder fehlen Infos über Händler oder Hersteller“. Bei Problemen müsse es für Kundinnen und Kunden möglich sein, die Verantwortlichen zu kontaktieren. „Verbraucher haben ein Recht auf sichere Produkte.“
Einige Unternehmen reagierten bereits: Otto versicherte, man halte sich an die Informationspflichten und sperre Händler bei Verstößen. Kaufland erklärte, für die Rechtmäßigkeit der Produktangaben seien die Händler selbst verantwortlich. Media Markt kündigte strengere Kontrollen an, Zalando will seine Prozesse überprüfen.
Rechtsgrundlage für die Informationspflicht ist das Gesetz über digitale Dienste (DSA), das seit Februar 2024 gilt. Es verpflichtet Plattformen unter anderem dazu, zentrale Angaben zu Händlern transparent und zugänglich zu machen. Mehrere Unternehmen antworteten nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.
Mit Material der dpa.
