K.O.-Tropfen: Interaktiver Film und Twitch-Event sollen am ersten Awareness-Tag aufrütteln

Für den ersten bundesweiten K.O.-Tropfen-Awareness-Tag am 23. März haben der Verein KO - Kein Opfer e.V., Stunning Studio und die Agentur KNSK einen interaktiven Kurzfilm produziert.
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Kein Opfer e.V. realisiert mit Stunning Studio und KNSK die Kampagne „I Got Spiked“ für den ersten bundesweite K.O.-Tropfen-Awareness-Tag. (© Kein Opfer e.V.)

Am 23. März 2026 findet der erste bundesweite K.O.-Tropfen-Awareness-Tag statt. Im Zentrum steht ein interaktiver Kurzfilm auf der Website igotspiked.com. Das Publikum begleitet darin zwei Freundinnen auf eine Party und bestimmt per Klick, wie der Abend verläuft. Wer selbst entscheidet, spürt schneller, wie eine vermeintlich harmlose Situation kippen kann. Am Ende kommen reale Betroffene zu Wort. Das geht aus einer Pressemitteilung der Beteiligten hervor.

Konzipiert und produziert hat den Film das Hamburger Kreativstudio Stunning Studio. Die technische Grundlage liefert die hauseigene Plattform Choiz.io, die aus linearen Videos Formate mit Entscheidungspunkten macht. Die Strategie und Kampagne verantwortete die Hamburger Agentur KNSK. Regie führten Jonas Schön und Tobias Hartl, beide Studierende der FH Hagenberg.

K.O.-Tropfen: Missbrauch wird kaum erfasst

Zum Start am 23. März um 15 Uhr wird der Film nicht nur auf der Website freigeschaltet, sondern auch als Live-Event auf Twitch gezeigt. Die Streamerin @freiraumreh moderiert, die Community steuert den Verlauf der Geschichte über den Chat. Nach dem Launch bleibt der Film dauerhaft und kostenlos auf igotspiked.com abrufbar. Begleitet wird die Kampagne durch Creator-Beiträge auf Instagram und TikTok unter dem Hashtag #igotspiked.

Die Kampagne verweist außerdem auf eine laufende wissenschaftliche Studie der TU Chemnitz. Gemeinsam mit Partnern in Innsbruck und Dresden will das Forschungsprojekt erstmals belastbare Zahlen zum Einsatz von K.O.-Tropfen im deutschsprachigen Raum liefern. Dafür läuft noch bis Jahresende eine anonyme Online-Befragung für Menschen ab 14 Jahren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Nina Fuchs, Vorstandsvorsitzende von KO – Kein Opfer e.V., wird in der Pressemitteilung zitiert: „Mit dem ersten K.O.-Tropfen-Awareness-Tag wollen wir das Thema stärker in den öffentlichen Diskurs bringen. Der interaktive Kurzfilm ermöglicht dabei einen Perspektivwechsel und erreicht auch Menschen, die bisher kaum Berührungspunkte damit hatten.“

Christine Niemann, Produzentin und Mitgründerin von Stunning Studio, betont: „Wir wollten die Gefahr von K.O.-Tropfen so erfahrbar machen, dass Menschen nicht nur informiert werden, sondern die Situation emotional nachvollziehen können. Gemeinsam mit Studierenden der FH Hagenberg haben wir dafür eine innovative Form des Storytellings entwickelt, die Zuschauende aktiv einbindet und Gespräche anstößt.“

Alexander Grapp, CCO von KNSK, ergänzt: „Plattformen wie Twitch verändern, wie Menschen Inhalte erleben und miteinander interagieren. Um Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Themen zu schaffen, müssen wir diese Möglichkeiten neu denken und bewusst nutzen.“

Der Missbrauch von K.O.-Tropfen ist statistisch kaum erfasst. Betroffene haben häufig Erinnerungslücken und schämen sich. Viele schweigen. Der Verein KO – Kein Opfer e.V., der als Schirmherr hinter dem Projekt steht, will genau das ändern.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.