Es war weg vom Fenster und schuld waren unterbrochene Lieferketten in der Pandemie: Als Wobenzym, ein Arzneimittel gegen Entzündungen bei Verletzungen, während Corona 18 Monate lang out of stock war, musste Jil Rittgen, fachliche Leiterin des Brand-Managements für „Wobenzym / Vital Protein“ beim Nestlé Health Science, alles geben.
Die Strategie einer 360-Grad-Aktivierung, für die sich die heute 34-jährige Wirtschaftspsychologin und BWLerin entschied, ging auf: Innerhalb kürzester Zeit hatte Wobenzym seine frühere Markenprominenz zurück, inklusive zweistelligem Umsatzwachstum und Marktanteilsgewinn.
Vertrauen von Vorgesetzten und klares Ziel vor Augen
Wie hat sie das geschafft? „Mit Vorgesetzten, die mir den Rücken gestärkt haben“, sagt die gebürtige Frankfurterin, „mit einem ganz tollen Team, menschlich als auch fachlich”, und durch „das Ziehen an einem Strang“, unterstreicht sie: „Mir war bewusst, dass die Begeisterung für eine Vision ansteckend sein kann, aber diesen ‘Drive’ über interdisziplinäre Teams hinaus erleben zu dürfen, ist nochmal etwas ganz Besonderes.”
Und wenn mal etwas anders läuft als geplant? „Das ist das Großartige bei uns. Wir leben eine offene Fehlerkultur, in der wir an Fehlern wachsen und daraus gemeinsam lernen, anstatt verurteilt zu werden.”
Nah an die Zielgruppe heranrücken
Zu den früheren Stationen auf ihrem beruflichen Weg zählten auch ein Praktikum und eine Werkstudententätigkeit in der Werbeagentur Saatchi & Saatchi. Bei einer Erinnerung muss die Mutter eines vierjährigen Sohnes heute schmunzeln: „Früher dachte ich, wenn sich Eltern im Büro um 15 Uhr verabschiedeten, ‘Ach, die haben schon Feierabend’. Heute weiß ich: ,Nein, dann beginnt ein ganz anderer, intensiver Part des Tages‘.“
Was sind ihre Ziele für das kommende Jahr? Jil blickt gerne nach vorne: „Für 2026 haben wir spannende Möglichkeiten identifiziert, um unsere Positionierung im Markt zu stärken. Beispielsweise durch Kooperationen mit Fitnessstudios, Gastronomen oder bereits etablierten Kaffeemarken, um besonders nah an der täglichen Routine der Zielgruppe zu sein.“
Lieblingsmarke?
Vorwerk, insbesondere Thermomix: Man liebt sie oder man hasst sie, aber insgeheim ist jede Marke neidisch auf die Fan-Base.
Tollste Werbung?
Vorwerk Kobold VR200 Saugroboter aus 2014: Eine Liebesgeschichte zweier Roboter, die direkt ins Herz trifft (Kreativagentur Saatchi & Saatchi)
Persönliches Vorbild?
Jessica von Bredow-Werndl, Leistungssportlerin, Reiterin und Unternehmerin – beides mit Herz
Bester Rat?
Be bold & brave and kill them with kindness.
Was treibt dich an?
Leidenschaft für Marken und Menschen und alles, was dazwischen stattfindet.






