„Leidenschaft und Mut, neue Themen anzugehen, zahlen sich aus“, sagt Aline Lanzrath. Die 31-Jährige weiß, wovon sie spricht. Das Thema ihrer Dissertation zu Talent- und Diversitätsmanagement im Vertrieb „galt anfangs als risikoreich – zu ,weich‘, zu untypisch für klassische Vertriebsforschung“, verrät sie.
Umso schöner sei es dann gewesen, „zu sehen, dass es nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Praxis einen Nerv getroffen hat“, erinnert sie sich. Ihre Dissertation wurde mit acht Preisen ausgezeichnet, und beide darauf basierenden Artikel erschienen in führenden internationalen Zeitschriften.
Eigenes Bild vom Marketing von Werbung geprägt
Die junge Wissenschaftlerin wirkt sehr zielstrebig. „In die Marketingforschung bin ich, ehrlich gesagt, eher zufällig gekommen“, erzählt sie, „ursprünglich war ich einfach skeptisch, weil mein Bild von Marketing stark von Werbung geprägt war; ich dachte an Kampagnen, schöne Bilder und Slogans.“ Als die Rheinland-Pfälzerin, die in Oberauerbach bei Zweibrücken geboren wurde, dann entdeckte, wie „hochstrategisch Marketing ist und Psychologie, Wirtschaft und Gesellschaft auf einzigartige Weise miteinander verbindet“, wurde sie neugierig – „sehr neugierig“, sagt sie und nickt.
Zudem hat sie wertvolle Hands-on-Erfahrungen gesammelt. Zu einer wichtigen Station ihrer beruflichen Laufbahn zählt ihr „erstes längeres Praktikum bei Daimler. Dort hat ein großartiger Mentor mein Interesse an Strategie und Organisation geweckt“, erinnert sie sich. Aktuell habilitiert Lanzrath an der Universität Mannheim und bereitet sich auf eine mögliche Professur ab 2026 vor. Parallel arbeitet sie mit zwei Kollegen an einem Projekt zum Thema Extended Reality (XR) im Vertrieb.
Innovation und Arbeitszufriedenheit im Gleichgewicht
„Besonders spannend finde ich, dass wir dabei nicht nur auf die Kundenseite schauen, sondern auch auf die Verkäuferperspektive“, sagt sie. „Wir widmen uns der Frage, welche Herausforderungen durch sogenannten ,Technostress‘ entstehen, wenn also Technologie zu dominant wird? Und wie können Unternehmen ihre Teams unterstützen, damit Innovation und Arbeitszufriedenheit im Gleichgewicht bleiben?“
Apropos Gleichgewicht: Wenn Aline kein Marketing macht, läuft sie, spielt Tennis und kocht. Und sie reist sehr gerne, möchte am liebsten „möglichst viel von der Welt sehen“.
Und wir künftig von ihr.
Lieblingsmarke?
HubSpot: Weil sie Kundenorientierung im B2B-Umfeld neu definiert haben.
Tollste Werbung?
„Heimkommen“ von Edeka – weil sie beweist, wie emotional Werbung sein kann, ohne das Produkt in den Vordergrund zu stellen.
Persönliches Vorbild?
Ich lasse mich von Menschen inspirieren, die ganz im Moment leben – aufmerksam, offen und echt; solche Begegnungen prägen mich mehr als große Namen.
Bester Rat?
Hör zu, bleib neugierig und steh zu dem, was du sagst – das sind meist die besten Grundlagen für Erfolg.
Was treibt dich an?
Neugier: zu verstehen, wie Menschen und Organisationen wirklich funktionieren.
