Zum 1. August tritt Aude Gandon als Chief Digital & Marketing Officer bei Estée Lauder an – eine Position, die der Kosmetikkonzern neu geschaffen hat. Mit der erfahrenen Marketingstrategin an Bord will das Unternehmen seine digitale Transformation vorantreiben und das internationale Markenportfolio strategisch weiterentwickeln.
Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, kommt Gandon von Nestlé, wo sie als Global Chief Marketing Officer für die weltweiten Marketingaktivitäten verantwortlich war. Dort leitete sie unter anderem die digitale Neuausrichtung des Lebensmittelkonzerns in 188 Märkten und betreute mehr als 2.000 Marken. Bei Estée Lauder übernimmt sie nun das Ruder im digitalen, Marketing- und Medienbereich. Und das in einer Phase, in der der Konzern nach neuen Impulsen sucht.
Estée Lauder steht unter Druck
Konkret soll sie laut Unternehmensangaben die Strategie für das gesamte Markenportfolio mitentwickeln, den globalen digitalen Handel ausbauen und das Omnichannel-Medienmanagement stärken. Auch Zielgruppenmarketing, kreative Leitung, Datenanalyse, Ladendesign und die globale Kundenbetreuung liegen künftig in ihrem Verantwortungsbereich. Sie berichtet direkt an CEO Stéphane de La Faverie, der ihre „umfassende Erfahrung in der Transformation großer kundenorientierter Unternehmen im digitalen Zeitalter“ ausdrücklich hervorhebt.
Vor ihrem Wechsel zu Nestlé war Gandon bereits als Global Managing Director für Plattformen und Ecosysteme bei Google tätig und sammelte zuvor Führungserfahrung in internationalen Agenturen, insbesondere in den Bereichen Beauty und Luxus. Zusätzlich engagiert sie sich in verschiedenen Gremien der Werbebranche, etwa im Board der World Federation of Advertisers, im Ad Council von Amazon und im Client Council von Meta.
Estée Lauder stellt sich mit diesem Schritt strategisch neu auf. Der Konzern steht unter Druck: Vor allem das Geschäft mit Parfüm und Make-up – besonders im Premiumsegment – hat sich im bisherigen Jahresverlauf abgeschwächt. Bereits Anfang des Jahres hatte das Unternehmen ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm angekündigt, das auch den Abbau mehrerer Tausend Stellen vorsieht. Die Berufung von Gandon ist Teil der Antwort darauf – und soll frische Dynamik in ein anspruchsvolles Marktumfeld bringen.
