Ob „Bikini Body“ oder „Muffin Top“: Begriffe, die in den 2000ern auf Magazin-Covern dominierten, haben bei vielen Frauen Spuren hinterlassen. Wie aus einer aktuellen Analyse der Unilever-Marke Dove hervorgeht, prägen diese Schönheitsnarrative noch immer das Selbstbild einer ganzen Generation.
Das zentrale Ergebnis der internationalen Untersuchung: 75 Prozent der befragten Frauen im Alter von 30 bis 45 Jahren fühlen sich noch immer durch die damaligen Schönheitsbotschaften beeinflusst.
Befragt wurden insgesamt 3.010 Frauen in Großbritannien, Brasilien und Kanada. Ergänzt wurde die quantitative Erhebung durch eine KI-Analyse von 420 Magazin-Covern aus den Jahren 1999 bis 2005. Besonders auf britischen Titelseiten dominierten laut der Auswertung Begriffe, die den Druck auf Frauenkörper verstärkten – etwa „Muffin Top“ oder „Bikini Body“.
Dove startet neue Kampagne im Herbst
64 Prozent dieser Cover enthielten Formulierungen, die laut Studie einen normierenden Effekt auf das Körperbild ausübten. Begriffe wie „Heroin Chic“ oder „Size Zero“ sind laut eigenen Angaben noch immer bei über 60 Prozent der befragten Frauen präsent – etwa die Hälfte von ihnen fühlt sich dadurch auch heute noch „nicht gut genug“.

Sprache für das Körperbild junger Frauen sein kann (Credit: Dove).
Plattformen wie TikTok oder Instagram gelten dabei als Verstärker dieser alten Ideale, wenn auch in neuem Gewand. Filter, algorithmisch kuratierte Feeds und Retro-Trends führen laut Dove dazu, dass gerade junge Menschen in der Pubertät ein verzerrtes Bild von Schönheit entwickeln. Jüngstes Beispiel: Der Hashtag #SkinnyTok, den TikTok im Mai deaktivierte, nachdem mehrere EU-Staaten vor seinem negativen Einfluss auf das Essverhalten gewarnt hatten.
Projekt soll Selbstwertgefühl junger Menschen stärken
„Dove setzt hier bewusst einen Kontrapunkt seit über 20 Jahren mit seinem Self-Esteem-Projekt, um das Selbstwertgefühl junger Menschen zu stärken“, kommentiert Alissa Martens, Dove Masterbrand Lead EU. Die Marke verfolgt seit 2004 die Mission „Real Beauty“.
Mit der Untersuchung lanciert Dove eine neue Kampagne „The Weight of Words“, die die Ergebnisse aufgreift und den Einfluss sprachlicher Schönheitsideale aus den 2000er-Jahren auf das heutige Selbstbild thematisiert. Sie läuft vom 7. Juli bis 31. August international. Prominente Stimmen wie Pamela Anderson und Rita Ora begleiten das Projekt, unter anderem im Spotify-Podcast „Why2K?“, in dem beide offen über ihre Erfahrungen mit medialem Körperdruck sprechen.

