Silke Duda-Koch, Geschäftsführende Gesellschafterin der Design Office Agentur für Kommunikation:

„Viele Marketingabteilungen definieren Erfolg nur über ROI, Conversion-Rate oder Umsatz. Ich halte das zunehmend für zu kurz gesprungen. Langfristig entscheidend ist der ‚Buzz‘, den eine Marke auslöst: Wie stark wird über sie gesprochen, wie oft wird sie gesucht, geteilt oder empfohlen?
Gerade online zeigt sich Wirkung daran, ob eine Marke als Autorität erscheint – etwa in AI-Overviews oder Stimmen zufriedener Kunden auf Reddit. Hier gewinnt eine Marke Vertrauen, lange bevor eine Conversion stattfindet. Besonders für regionale Unternehmen liegt hier die Chance: Statt große Media-Spends zu kopieren, können sie durch echte Relevanz, Kundennähe und Empfehlungsdynamik organische Sichtbarkeit mit Impact aufbauen.“
Stefanie Erlinghagen, Geschäftsführerin Plakat-verkauft.de und Leiterin der Unternehmenskommunikation von awk Aussenwerbung:

„Reichweite bleibt eine zentrale Kennzahl im Marketing – schließlich entsteht Wirkung nur, wenn Menschen eine Botschaft überhaupt sehen. Überschätzt wird sie allerdings dann, wenn sie isoliert betrachtet wird.
Entscheidend ist die Verbindung zur Wirkung: Löst Kommunikation Interesse, Anfragen oder Verkäufe aus? Für mich zeigt Marketing vor allem dann seinen Wert, wenn aus Reichweite echte Nachfrage wird. Erfolgreiches Marketing verbindet deshalb Sichtbarkeit mit messbarer Reaktion im Markt.“
Urs E. Gattiker, CEO und Mitgründer von CyTRAP Labs DrKPI:

„Welche Kennzahl zeigt, ob Marketing wirkt? Im KI-Zeitalter nicht Klicks oder Traffic, sondern: Wird mein Produkt bewusst gesucht oder nur zufällig gefunden? Erreicht mein Content die Zielgruppe im entscheidenden Moment?
Impressions und Conversions auf Plattformen wie Meta oder Google können verzerrt sein, Klicks stammen häufig von Bots (über 25 Prozent) oder Ad-Fraud (über 20 Prozent). Aussagekräftiger sind aktionsorientierte Signale wie Blog-Kommentare, Newsletter-Antworten oder eingelöste Rabattcodes. Sie zeigen echte Interaktion.
Gegen KI-Content-Müll gewinnt, wer auf vertrauenswürdige Inhalte, klare Quellen und echten Mehrwert setzt. Erfolg entsteht nicht durch Masse, sondern durch Relevanz. Hier können auch KMU mit strategischer Markenpflege punkten.“
Melanie Rönnfeld, Geschäftsführerin NSYNK:

„Viele Kennzahlen im Marketing messen vor allem die Aktivität: Reichweite, Klicks oder Leads. Sie zeigen, dass etwas passiert, aber nicht unbedingt, dass es wirkt. Die verlässlichsten Indikatoren sind für mich Wiederkauf und Weiterempfehlung.
Wenn Menschen freiwillig zurückkommen oder eine Marke aktiv empfehlen, hat Marketing mehr geschaffen als Aufmerksamkeit: nämlich Vertrauen. Wirklich gutes Marketing erkennt man daran, dass Kommunikation, Produkt und die Erfahrung so stimmig sind, dass Kund*innen bleiben – und andere mitbringen. Alles andere lässt sich hervorragend zählen, aber noch nicht unbedingt Vertrauen nennen.“
Christian Joachim Schult, Strategic Consultant & Executive Business Coach, Christian Joachim Schult – Consulting I Coaching I Training:

„Viele Marketingberichte beginnen mit Reichweite, Klickzahlen oder Impressionen. Das Problem: Diese Kennzahlen messen Aufmerksamkeit – nicht Entscheidung. Eine Kennzahl, die tatsächlich zeigt, ob Marketing wirkt, ist die First-Choice-Rate: der Anteil der Kunden, die ein Unternehmen im Entscheidungsmoment bevorzugt wählen würden.
Denn Marketing erfüllt seinen Zweck erst dann, wenn ein Unternehmen entlang der Customer Journey nicht nur sichtbar ist, sondern im entscheidenden Moment die bevorzugte Option wird. Reichweite schafft Aufmerksamkeit. First Choice zeigt Wirkung.“






