
Joana-Maria Bauchwitz, Inhaberin und CEO Baries Design:
„Verpackung ist mehr als Schutz, sie ist Botschafterin der Marke und Brücke zum Kunden. Doch wir stehen an einem Wendepunkt: Nachhaltigkeit ist keine Option mehr, sondern Erwartung. Marken müssen Verpackung neu denken – radikal, kreativ und verantwortungsvoll. Weniger Material, kreislauffähige Lösungen und digitale Informationswege sind kein Verzicht, sondern Fortschritt. Wer mutig Design, Funktion und Ökologie verbindet, zeigt Haltung und Innovationskraft. Marken, die jetzt handeln, prägen nicht nur Regale – sie prägen das Bewusstsein von morgen und zeigen, dass Verantwortung Teil echter Markenstärke ist.“

Robert Gey, Geschäftsführer Charlotte Meentzen Kräutervital Kosmetik:
„Nicht nur in unserer Branche – der Naturkosmetik – ist das Thema Verpackung besonders sensibel. Gerade auch, weil Verbraucher ihm immer kritischer gegenüberstehen. Wenn eine Verpackung keinen echten Zweck wie Schutz, Hygiene, Angabe von Informationen oder Haltbarkeit erfüllt, sollten Marken daher konsequent darauf verzichten. Gleichzeitig gibt es Fälle, in denen Verpackungen notwendig bleiben. Hier tragen wir als Hersteller die Verantwortung, sie so nachhaltig wie möglich zu gestalten, etwa durch recycelte Materialien oder plastikfreie Lösungen. Es geht also nicht um Verzicht um jeden Preis, sondern um eine bewusste, verantwortungsvolle Gestaltung. Für mich als Geschäftsführer ist Nachhaltigkeit dabei kein Trend, sondern ein unverrückbarer Maßstab unseres Handelns.“

Daniel Klarhorst, Geschäftsführer von Beklar:
„Nachhaltigkeit beginnt bei der Verpackung. Marken sollten sich fragen, ob jede Verpackung wirklich notwendig ist – insbesondere, wenn sie rein dekorativen oder werblichen Zwecken dient. Der bewusste Verzicht auf überflüssige Materialien zeigt Verantwortungsbewusstsein und stärkt das Vertrauen in die Marke. Wer ressourcenschonend denkt und handelt, positioniert sich zukunftsfähig und glaubwürdig – gerade in einem Markt, der zunehmend Wert auf ökologische Verantwortung legt.“

Michael Piersbergen, Inhaber Pi-Punkt.Design:
„Deutschland ist beim Verpackungsmüll mit 237 Kilogramm pro Kopf und Jahr der Spitzenreiter in der EU. Auch die Vermeidung von ‚Mogelverpackungen‘ und ‚Shrinkflation‘ ist trotz EU-Verpackungsverordnung PPWR noch nicht in der Breite der Hersteller angekommen. Was vielleicht auch an Übergangsfristen liegt, die bis 2040 reichen. Laut Verbraucherzentrale Hamburg sind zum Beispiel Pringles-Chips seit 2006 weitgehend unbemerkt um 90 Prozent teurer geworden. An den Rollen ist das kaum zu erkennen. Gerade Verbraucher-Marken sind gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und durch geeignete Produktverpackung ohne Umverpackung ihr Engagement für mehr Umweltschutz sicht- und erlebbar zu machen. Hier bietet sich für Early Adopters eine große Chance, mit Umweltengagement sichtbar zu werden und beim Verbraucher zu punkten. Auch und gerade mit kleineren Packungen bei gleichem Inhalt können Marken am POS im Regal sichtbar einen Unterschied machen. Marketers, traut Euch und redet darüber!“

Tobias York, Geschäftsführer & Gründer I Like Visuals:
„Ja – dort, wo es nicht nötig ist, sollten Marken auf Verpackungs-Branding verzichten. Das braucht Mut: Mut zur Unsichtbarkeit und dazu, sich ehrlich zu machen. Wer es ernst meint, reduziert Tinte und Material, verlagert Informationen digital (QR statt Claims) und lässt Produkt, Service und Kreislauffähigkeit sprechen. Transparente Bilanzen statt Buzzwords beweisen Haltung. So entsteht Vertrauen und echter Impact – ohne Eyecandy.“





