MetaDesign entwickelt KI-Persönlichkeitsmodell für Kundenkommunikation

MetaDesign will Künstlicher Intelligenz das Marken-Ich verleihen. Ein neues Angebot soll Dialogsysteme emotional aufladen.
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Mit Branded AI Personality will MetaDesign Markenexpert*innen helfen, Large Language Modellen eine Markenpersönlichkeit zu verleihen. (© MetaDesign)

Künstliche Intelligenz ist im Kundenkontakt angekommen – doch wie sie dort spricht, klingt oft beliebig. Für Marken ein Problem, denn wer seine KI ohne Persönlichkeit kommunizieren lässt, verschenkt Potenzial. Die Agentur MetaDesign, Teil der Publicis Groupe, will das ändern: Mit einem neuen Angebot soll es künftig möglich sein, KI-Anwendungen eine markenspezifische Identität zu geben – abgestimmt auf Tonalität, Werte und Stil der jeweiligen Marke.

„Branded AI Personality“ heißt der Ansatz. Entwickelt wurde er gemeinsam mit dem Technologiepartner Schrittweiter. Die Basis bildet das Ocean-Modell aus der Persönlichkeitspsychologie, das MetaDesign für den Einsatz in LLMs angepasst hat. Das Ziel: Eine KI, die sich nicht nur wie ein Mensch, sondern wie die Marke anhört.

Wie gehen Persönlichkeit und KI zusammen?

Andreas Fachner, Strategy Partner bei MetaDesign, beschreibt den Kern des Systems als „maßgeschneidertes Datenset“, das markenspezifische Sprachmuster und Werte in die Künstliche Intelligenz einspeist. Diese können anschließend in beliebigen Anwendungen – von Chatbots bis Sprachassistenten – genutzt werden. Die Technik funktioniert unabhängig vom genutzten Modell und lässt sich flexibel integrieren.

Begleitend zur Entwicklung wurde eine empirische Studie durchgeführt. Unter Leitung von Carsten Baumgarth, Professor an der HWR Berlin, und in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Eye Square wurden 1153 Personen zu ihren Erfahrungen mit KI-basierten Markeninteraktionen befragt. Die Resultate deuten klar darauf hin: Marken, die ihre KI mit einer klaren Persönlichkeit ausstatten, profitieren.

So zeigten sich bei Teilnehmern, die mit einem KI-System interagierten, im Durchschnitt 78 Prozent höhere Markenstärke – gemessen an Präferenz und der Abgrenzung zum Wettbewerb – verglichen mit Personen ohne KI-Kontakt. Die Bereitschaft zur Nutzung steigt ebenfalls deutlich: 2,5-mal mehr Befragte gaben an, KI-Assistenten künftig einsetzen zu wollen, wenn diese eine ausgeprägte Markenpersönlichkeit aufwiesen. Bemerkenswert: Viermal so viele Nutzer bevorzugten nach einer solchen Interaktion die KI sogar gegenüber einem menschlichen Ansprechpartner.

Daniel Leyser, CEO von MetaDesign, sieht darin eine strategische Notwendigkeit: „Markenführung heißt längst auch KI-Führung. Branded AI Personality ist ein hochrelevantes Angebot, wenn es darum geht, Künstliche Intelligenz im Sinne der Brand Experience gezielt auszugestalten. Die Markenperspektive ist hier ein absolutes Muss. Nur so kann die Akzeptanz der Nutzung, die Qualität der Markenwahrnehmung und damit letztlich auch der Abverkauf positiv beeinflusst werden.“

Mit dem neuen Angebot wolle man Unternehmen befähigen, die Kontrolle über diesen Kontaktpunkt zurückzugewinnen – und ihn aktiv im Sinne der Markenbindung zu gestalten wie es in einer Pressemitteilung heißt.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.