Marken-Award 2026 – Die Gewinner: Philipp Westermeyer

OMR-Gründer Philipp Westermeyer wird als Markenpersönlichkeit des Jahres ausgezeichnet. Sein Beispiel zeigt, warum erfolgreiche Personenmarken nicht mit Öffentlichkeit beginnen, sondern mit einer Geschichte.
„It takes a village to build a company“ – ist so etwas wie das Motto von Philipp Westermeyers Karriere.
„It takes a village to build a company“ – ist so etwas wie das Motto von Philipp Westermeyers Karriere. (© Janne Dierks, Montage: Wolfram Esser)

Wenn Philipp Westermeyer über die Entwicklung von OMR seit der Gründung im Jahr 2011 spricht, zählt er nicht nur Meilensteine, sondern auch Namen auf. Für ihn ist Erfolg nie eine Einzelleistung, sondern er basiert immer auf den Menschen im eigenen Umfeld. „It takes a village to build a company“ ist wohl der Satz, mit dem er seine Karriere am besten beschreibt.

Geprägt haben ihn seine Eltern, seine Lehrerinnen und Lehrer, sein privates Umfeld und später auch seine Gastfamilie in Amerika. Auch als er OMR ursprünglich als reines Konferenzformat startete, tat er das gemeinsam mit anderen: Christian Müller, Christian Byza und Tobias Schlottke. Byza lernte er bereits ganz am Anfang kennen, als dieser Backdrops für das Event gestaltete und Westermeyer OMR noch als Hobby betrieb.

Medienunternehmer, Podcaster – und Personal Brand

Am 11. Februar 2011 fand das Online-Marketing-Rockstars-Festival zum ersten Mal statt, damals noch in den Räumen der Bucerius Law School mit 150 Besucherinnen und Besuchern. Mit den Jahren gelang ihm die Transformation vom reinen Festival hin zu einer Messe, die durch ein Online-Magazin zur Medienmarke wurde und mittlerweile als ganzes Ökosystem fungiert. Dazu zählen unter anderem Newsletter, Events, Weiterbildungsmaßnahmen und sein Podcast als einer der erfolgreichsten Deutschlands. Damit ist OMR eine der einflussreichsten Plattformen für Marketing, Medien und digitales Business in Europa.

Parallel zu dieser Entwicklung rückte Westermeyer selbst immer weiter in den Mittelpunkt und wurde zur Personal Brand, obwohl er diesen Begriff kritisch sieht. Seine Personenmarke sei aus dem Thema heraus entstanden – er habe dieses Ziel nie strategisch verfolgt. „Mittlerweile gibt es auf Social Media den Trend ‘Build in Public’, was wirklich cool ist. Das Entscheidende dabei ist aber das Building – genauso ist es beim Personal Branding“, sagt er.

Öffentlichkeit sollte nie ein Selbstzweck sein, sondern immer die Geschichte dahinter erzählen; es sei also essenziell, überhaupt eine zu haben. Vor allem beim Networking sei all das die Grundlage, um anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

Kurator und Ermöglicher

All das wirkt wenig inszeniert und scheint sich aufgrund seiner Persönlichkeit niemals geändert zu haben. Obwohl er mit so vielen Gründern und Unternehmerinnen spricht, bleibt er in der Rolle des Kurators und Ermöglichers.

Mit OMR hat er ein Universum geschaffen, bei dem er Menschen eine Bühne bietet und gleichzeitig hinter die Kulissen blickt. So ist etwa bei jeder Folge des Podcasts klar, dass er auch kritische Fragen stellt und von den Interviewten Details zu Umsätzen, Gewinnen und allen Zahlen rund um die Wirtschaftlichkeit ihrer Geschäfte wissen will.

Aktuell arbeitet sein Team an einem neuen Projekt, bei dem er wieder auf seine Stärke setzt: Menschen Vertrauen entgegenbringen, dass sie selbstbestimmt und dennoch mit Blick auf das große Ganze, also den OMR-Kosmos, arbeiten. Trotz einer mittlerweile beachtlichen Unternehmensgröße scheint sein Führungsstil dabei immer noch stark von den Anfangsjahren geprägt zu sein.

(eb, Jahrgang 1993) ist freie Journalistin und kam vom Modejournalismus über Umwege zum Wirtschaftsjournalismus. Sie kann sich schnell für neue Themen begeistern, führt am liebsten Interviews und hasst Stillstand – was das Pendeln zwischen Bayern und Berlin umso leichter macht.