Marken-Award 2025 – Die Finalisten: Antje von Dewitz  

Bis zur Verleihung des Marken-Awards am 24. Juni in Düsseldorf stellen wir die Finalisten vor. Heute: Antje von Dewitz, nominiert in der Kategorie „Markenpersönlichkeit“.
Antje von Dewitz führt seit 2009 den Outdoor-Ausrüsters Vaude. Das Familienunternehmen hat ihr Vater Albrecht 1974 gegründet.
Antje von Dewitz führt seit 2009 den Outdoor-Ausrüsters Vaude. Das Familienunternehmen hat ihr Vater Albrecht 1974 gegründet. (© Vaude)

Menschen, die über ihr Leben schreiben, möchten oft in erster Linie von sich erzählen. Antje von Dewitz war noch etwas anderes wichtig. In ihrer Biografie „Mut steht uns gut!“ erinnert sie daran, was die Menschen gemeinsam für die Welt als lebenswerten Ort „bewegen können, wenn wir uns zu unseren Werten bekennen, wenn wir Stellung beziehen, wenn wir“, wie sie sagt, „es einfach anpacken.“  

Als Unternehmerin hat von Dewitz genau das vorgemacht – und zwar so nachhaltig, dass sie in der Kategorie „Markenpersönlichkeit“ für den diesjährigen Marken-Award nominiert wurde. 

Vaude umweltverträglich und nachhaltig ausgerichtet 

Seit 2009 ist von Dewitz Chefin des Outdoor-Ausrüsters Vaude, dessen Geschäftsleitung sie von ihrem Vater Albrecht übernommen hat. Dabei war es gar nicht unbedingt ihre Absicht, Unternehmerin zu werden. Die heute 52-Jährige aus Ebingen in Baden-Württemberg hat zwar im Jahr 1998 ihr Studium „Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraum-Studien“ an der Universität Passau mit dem Diplom abgeschlossen und anschließend eine Dissertation zum Thema „Talent Relationship Management“ an der Universität Hohenheim angefertigt; ihr fachlicher Schwerpunkt war also durchaus ein wirtschaftlicher. Beruflich wollte sie sich jedoch eher ganz klassisch für den Umweltschutz starkmachen. 

Nach ihrem Einstieg ins Familienunternehmen hat Antje von Dewitz die Prozesse bei Vaude umweltverträglich und nachhaltig optimiert wurden, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. (© Vaude)
Nach ihrem Einstieg ins Familienunternehmen hat Antje von Dewitz die Prozesse bei Vaude umweltverträglich und nachhaltig optimiert wurden, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. (© Vaude)

Dann kam es doch anders, was sie nicht davon abhielt, trotzdem für ihren Idealismus und ihre Werte einzustehen. Nachdem sie vor sechzehn Jahren die Geschäftsführung des Familienunternehmens übernommen hatte, sorgte sie dafür, dass immer mehr Prozesse bei Vaude umweltverträglich und nachhaltig optimiert wurden, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktlogistik bis hin zu ausländischen Zulieferbetrieben. Eine echte Challenge. Aber eine, die lohnt, so von Dewitz. 

Mut machen, dass positive Veränderung möglich ist 

„Wir bei Vaude übernehmen bewusst Verantwortung für unser Handeln“, unterstreicht sie. „Damit zeigen wir, dass es möglich ist, als Unternehmen für hohe soziale und ökologische Standards in den Lieferketten zu sorgen, Schadstoffe wie PFAS zu eliminieren oder eine ambitionierte Klimastrategie zu verfolgen.“ Ihr Unternehmen mache deutlich, „dass es Lösungen gibt, auch für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Das berührt die Menschen und gibt ihnen Mut und Hoffnung, dass positive Veränderungen möglich sind“.   

Für ihr Umweltengagement mischte sie parallel sogar in der Politik mit. So setzte sie sich 2020 für das Inkrafttreten des deutschen Lieferkettengesetzes ein, um globale Supply Chains menschenwürdiger und umweltfreundlicher zu gestalten. Zudem hatte sie sich zwei Jahre zuvor für eine rasche Einführung des Zuwanderungsgesetzes ausgesprochen und die Unternehmer-Initiative „Bleiberecht durch Arbeit“ ins Leben gerufen, um die Lebensumstände von ausländischen Arbeitskräften in Deutschland durch einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu verbessern. 

Von Dewitz schöpft Kraft aus Natur und Familie 

„Für meine Werte trete ich ein – auch wenn es schwierig oder unbequem wird“, sagt von Dewitz über sich. „Ich bin grundsätzlich optimistisch und fröhlich und glaube daran, dass wir gemeinsam mit positiver Energie viel bewegen können. Es erfüllt mich, sinnvolle Veränderungen anzustoßen und Lösungen zu finden, die uns voranbringen.“ 

„Ich bin grundsätzlich optimistisch und fröhlich und glaube daran, dass wir gemeinsam mit positiver Energie viel bewegen können”, sagt Antje von Dewitz über sich. (© Vaude)
„Ich bin grundsätzlich optimistisch und fröhlich und glaube daran, dass wir gemeinsam mit positiver Energie viel bewegen können”, sagt Antje von Dewitz über sich. (© Vaude)

Privat schöpfe sie viel Kraft aus der Natur und ihrer Familie – „sie geben mir Bodenhaftung und Energie“, so von Dewitz. „Privat wie beruflich ist mir wichtig, Sinnhaftigkeit zu spüren und gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten.“  

Vaude als Leuchtturm der Gemeinwohl-Ökonomie 

Und die Botschaft kommt an. Für ihre Umsicht, den beständigen Gedanken an Mensch und Umwelt und die von ihr propagierte Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), die unternehmerischen Erfolg nicht nur am Finanzgewinn misst, sondern auch am Beitrag zum Gemeinwohl, wurde die Unternehmerin 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt. Zudem ist Vaude heute klimaneutral, vielfach ausgezeichnet und gilt als Leuchtturm der Gemeinwohl-Ökonomie.  

„Als mittelständisches Familienunternehmen agieren wir in einem international hart umkämpften Markt. Viele unserer Wettbewerber sind große, meist amerikanische Marken, die über deutlich höhere Marketingbudgets verfügen“, sagt von Dewitz. „Dennoch behaupten wir uns hier erfolgreich, vor allem auch durch unsere gute Markenführung – damit können wir andere Unternehmen bestärken und ihnen Mut machen. Daher freuen wir uns ganz besonders über meine Nominierung für den Marken-Award 2025!”