Lebensmittel: Tiefkühlprodukte so beliebt wie nie zuvor

Ob Pizza, Pommes oder Fisch – Tiefkühlprodukte erleben in Deutschland weiterhin eine starke Nachfrage. Doch der jahrelange Boom zeigt erste Bremsspuren.
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50 Kilo Tiefkühlprodukte verzehren die Deutschen im Jahr. (© Imago)

Tiefkühlprodukte bleiben in Deutschland auf Erfolgskurs: Im Jahr 2024 konsumierte jede Person im Schnitt 50 Kilogramm gefrorene Lebensmittel – ein Plus von 600 Gramm im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus aktuellen Daten des Deutschen Tiefkühlinstituts hervor. „Nach wie vor kauft fast jeder Haushalt TK-Produkte“, so YouGov-Konsumforscher Martin Weiß. Die hohe Nachfrage zeige, dass Tiefkühlware fest im Alltag der Verbraucher verankert sei.

Die Branche kann auf starke Jahre zurückblicken: Nach einem pandemiebedingten Dämpfer im Jahr 2020 hat sich der Markt rasant erholt. Die Inflation habe zusätzlich für zweistellige Umsatzzuwächse gesorgt, berichtet das Institut. Während der Pro-Kopf-Verbrauch 2020 noch bei rund 45 Kilogramm lag, ist er seither kontinuierlich gestiegen.

Doch 2024 zeigen sich erste Anzeichen der Konsolidierung. Der Absatz stieg nur noch um 2,3 Prozent auf 4,14 Millionen Tonnen. Der Umsatz legte um 2,7 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro zu – ein Anstieg, der kaum über dem generellen Preisniveau bei Lebensmitteln liegt.

Rund die Hälfte von Umsatz und Absatz entfällt weiterhin auf den Außer-Haus-Markt: Restaurants, Cafés sowie Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Seniorenheime zählen zu den Hauptabnehmern. Die andere Hälfte macht der Lebensmitteleinzelhandel aus – von Supermärkten über Discounter bis hin zu Heimdiensten wie Bofrost.

Beliebte Tiefkühlprodukte: TK-Pizza bleibt die Nummer Eins

Tiefkühlpizza bleibt unangefochten das beliebteste Produkt: Über 395.000 Tonnen wurden 2024 verkauft – ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Pommes, Fisch, Obst sowie Tiefkühlbackwaren legten zu. Rückläufig war der Absatz bei Gemüse, Kuchen, Torten und rohem Fleisch – mit Ausnahme von Geflügel.

Der Trend zur bequemen Küche ist ungebrochen. Sabine Eichner, Geschäftsführerin des Deutschen Tiefkühlinstituts, betont: „Viele Menschen sind in ihrem Alltag stark belastet und wünschen sich leicht und unkompliziert zuzubereitende Mahlzeiten.“ Besonders in Familien mit Kindern fehle oft Zeit und Energie für aufwendige frische Gerichte.

Tiefkühlprodukte sind übrigens kein neues Phänomen. Bereits 1955 wurden auf der Lebensmittelmesse Anuga in Köln die ersten TK-Lebensmittel vorgestellt – darunter gefrorener Spinat und Gemüse. 70 Jahre später ist die Tiefkühltruhe aus deutschen Küchen kaum mehr wegzudenken.

Mit Material der dpa.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.