Konsumklima erholt sich leicht: Abwärtstrend vorerst gestoppt

Erstmals seit Monaten steigt das Konsumklima wieder an. Bessere Gehaltsaussichten geben den Deutschen neue Hoffnung.
Der private Konsum ist einer der größten Hoffnungen für eine Erholung der kriselnden deutschen Wirtschaft.
Der private Konsum ist eine der größten Hoffnungen für eine Erholung der kriselnden deutschen Wirtschaft. (© Imago)

Nach drei Monaten Talfahrt zeigt das deutsche Konsumklima endlich wieder nach oben. Wie das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) gemeinsam mit NIQ/GfK in einer aktuellen Erhebung berichtet, steigt der Konsumklima-Indikator für Oktober um 1,2 Punkte auf -22,3 Punkte. Haupttreiber dieser Trendwende sind deutlich verbesserte Einkommenserwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher.

So blicken die Deutschen optimistischer auf ihre finanzielle Zukunft. Die Einkommenserwartungen kletterten von vier auf 15 Punkte und glichen damit den Einbruch des Vormonats vollständig aus.

Doch die Erholung bleibt fragil. Trotz des Anstiegs bewegt sich das Konsumklima weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau: „Die Einkommensaussichten – als zentrale Einflussgröße für das Konsumklima – konnten sich von 4 Punkten wieder auf 15 Punkte verbessern und haben damit den Einbruch des Vormonats vollständig ausgeglichen. Ob dies den Beginn einer nachhaltigen Trendwende markiert, ist mehr als ungewiss“, wird Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, in einer entsprechenden Mitteilung zitiert.

„Denn nach wie vor weist das Konsumklima ein überaus niedriges Niveau auf. Die geopolitische Lage, Sorgen um den Arbeitsplatz und wieder zunehmende Inflationsängste dürften einer durchgreifenden Erholung momentan eher im Wege stehen“, so Bürkl weiter.

GfK Konsumklima powered by NIM

Oktober 2025
Konsumklima
-22,3
+1,2 ggü. Vormonat*
Einkommenserwartung
15,0
von 4,0
Anschaffungsneigung
-11,6
-1,5 ggü. Vormonat
Konjunkturerwartung
-1,4
-4,1 ggü. Vormonat
*Vormonat revidiert: -23,5. Quelle: GfK Konsumklima powered by NIM, PM vom 25.09.2025.

Kauflust bleibt gedämpft, trotz besserer Aussichten

Paradoxerweise profitiert die Kaufbereitschaft nicht von den gestiegenen Einkommenserwartungen. Im Gegenteil: Die Anschaffungsneigung sank um 1,5 Punkte auf -11,6 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2024.

Hohe Preise für Lebensmittel und Energie bremsen nach wie vor die Kauflust. Viele Verbrauchende halten größere Anschaffungen wie Möbel oder Elektronikgeräte angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit für unklug. Die anhaltende geopolitische Lage verstärkt diese Zurückhaltung zusätzlich.

Wirtschaftsaussichten trüben sich weiter ein

Auch bei den Konjunkturerwartungen setzt sich der Abwärtstrend fort. Bereits zum dritten Mal in Folge verliert dieser Indikator an Boden und fällt um 4,1 Punkte auf -1,4 Punkte. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt im Januar 2025.

Die Skepsis der Verbraucher deckt sich mit den Einschätzungen der Wirtschaftsexperten, die ihre Wachstumsprognosen für Deutschland kürzlich nach unten korrigiert haben. Für 2025 wird eine Stagnation der deutschen Wirtschaft erwartet. Die Sparneigung der Deutschen bleibt derweil nahezu unverändert und leistet keinen Beitrag zur Verbesserung des Konsumklimas.

Konsumklima: Hoffnungsschimmer mit Vorbehalt

Das Ende des dreimonatigen Abwärtstrends beim Konsumklima ist zunächst ein positives Signal. Doch die Erholung steht auf wackeligen Beinen. Solange die großen Unsicherheitsfaktoren bestehen bleiben, dürfte sich das Konsumklima nur langsam und mit Rückschlägen verbessern.

Die Studie „GfK Konsumklima powered by NIM“ basiert auf rund 1000 Verbraucherinterviews, die vom 4. bis 8. September 2025 im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt wurden.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.