Im Rennen um tragfähige Geschäftsmodelle nimmt OpenAI Kurs auf Werbung: Wie The Economic Times berichtet, sucht das Unternehmen unter der neuen CEO of Applications Fidji Simo eine Senior-Führungskraft, die die Monetarisierung verantwortet. Und zwar mitsamt der Option, Anzeigen in ChatGPT zu erproben. Das regt Spekulationen an über ein zweistufiges Modell aus werbefinanziertem Gratiszugang und bezahltem, werbefreiem Angebot.
Simo, zuvor Chefin der Facebook-App und später CEO von Instacart, soll bereits Kandidatinnen und Kandidaten sondiert haben – teilweise Kontakte aus ihrer Facebook-Zeit. Die neue Führungskraft soll direkt an sie berichten und sowohl das Werbegeschäft als auch Abo-Umsätze vorantreiben.
Parallel dazu laufen bei OpenAI schon technische Ausschreibungen: Gesucht wird unter anderem ein “Growth Paid Marketing Platform Engineer”, der Kampagnen-Tools baut, große Ad-Plattformen integriert und ein Echtzeit-Attributionssystem entwickelt, sprich: den Unterbau für ein künftiges Anzeigen-Ökosystem.
Werben in ChatGPT: Chancen für Marken
Ganz neu ist die Debatte intern nicht. Bereits im Dezember sagte OpenAI-CFO Sarah Friar der Financial Times, man wolle „sorgfältig abwägen, wann und wo wir Werbung einsetzen“. In einer anschließenden Klarstellung hieß es jedoch, es gäbe keine Pläne, aktiv Werbung einsetzen zu wollen. Der Widerspruch zeigt, wie schwer es anscheinend für OpenAI ist, dem Erlösdruck standzuhalten.
Der Zeitpunkt ist strategisch: Medienberichten zufolge zählt ChatGPT hunderte Millionen Nutzer, aber nur einen Bruchteil davon als zahlende Abonnenten. Genau hier setzt Werbung als Zusatzsäule an. Schätzungen nennen zudem stark gewachsene Erlöse im laufenden Jahr.
Für Marken könnte das neue Chancen eröffnen. Doch aus Marketingsicht wird entscheidend sein, wie Anzeigen im Chat eingebettet und wo sie gekennzeichnet werden. Und ob sie Mehrwert liefern, statt Gespräche zu stören.
