Auf der ersten GWA Agency Stage des Big Bang KI Festivals durfte ich kürzlich auf einem Panel über die Zukunft der Agenturen sprechen. Ein schlauer Mensch hat deren Lage dort sehr treffend zusammengefasst: Wir alle durchleben gerade den perfekten Sturm. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und die Wirtschaftskrise setzen Agenturen massiv unter Druck. Die Anspannung wächst, und ich bin sicher: Die Konsolidierung hat gerade erst begonnen.
Und doch wird es in diesem perfekten Sturm auch Gewinner geben, denn die Zukunft der Agenturen liegt zu großen Teilen in ihren eigenen Händen. Und das ist eine Chance!
Strategie, Kreativität und Technologie verbinden
Wer sich auf reine Output-Produktion reduziert, wird austauschbar. Wer Strategie, Kreativität und Technologie verbindet, und wer es schafft, seine Business-Modelle neu aufzustellen, kann stärker denn je werden.
Doch die Zeit des Schönredens ist vorbei. KI stellt uns alle vor sehr harte Herausforderungen. Wobei ich mit „alle“ explizit auch unsere Kunden meine. Ein anderer schlauer Kopf hat das auf der GWA Agency Stage sehr klar gesagt: Beim Thema KI sitzen Agenturen und Kunden in einem Boot. Wir brauchen einander dringender denn je. Denn natürlich wissen auch viele Kunden noch längst nicht so genau, wie sie KI wirklich in ihre Markenarbeit integrieren können. Und natürlich bleibt Differenzierung das große Thema für Marken – trotz oder gerade wegen KI.
Kunden wollen KI-Lösungen
Umso erstaunlicher finde ich, dass eine Kundenvertreterin auf der Bühne bekannte: „Ich rede sehr viel mit Agenturen über KI, aber nur sehr wenige Agenturen sprechen mich direkt mit Lösungen darauf an.“
Wie kann das sein? Wer, wenn nicht wir, sollte Kunden aktiv auf KI ansprechen und Antworten für sie parat haben? Vielleicht war sie eine Ausnahme, glaube ich aber nicht. Wir müssen das Thema treiben, in unserem ureigenen Interesse.
Nachwuchsförderung nicht aus Kostengründen opfern
Jetzt zu dem, was wir unbedingt weitermachen sollten: Die Ausbildung und Beschäftigung des Agenturnachwuchses fördern und fordern. Künstliche Intelligenz verleitet zu viele von uns gerade dazu, Junioren-Aufgaben mehr und mehr den Maschinen zu überlassen und sich dann über besonders smarte Kosteneinsparungen in den Personalbudgets zu freuen.
Falscher können wir unsere Zukunft nicht angehen. Natürlich ist der Kostendruck in den Agenturen enorm. Doch uns allen muss klar sein: Ohne Nachwuchs verspielen wir nicht nur im wahrsten Sinne unsere Zukunft. Wir verspielen auch Vielfalt und Kreativität, frische Ideen und Mut, und damit alles, was wir für die differenzierende Markenarbeit für unsere Kunden weiterhin brauchen.
KI darf nicht zur Ausrede werden, auf Ausbildung und Nachwuchsförderung zu verzichten. Und so hat es auch ein junger Kollege auf eben diesem Panel formuliert: Wer soll denn später Führungskraft in der Branche sein, wenn wir heute nicht ausbilden? Sic!
