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Der Boom hält an: E-Commerce wächst um 8,5 Milliarden Euro

Der E-Commerce in Deutschland könnte 2021 erstmals die Umsatzgrenze von 100 Milliarden Euro übertreffen. © Imago

Nach starken Nachholeffekten zu Jahresbeginn sind die E-Commerce-Umsätze mit Waren im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. Für das erste Halbjahr 2021 steht damit unter dem Strich ein Wachstum von 8,5 Milliarden Euro.

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Laut einer aktuellen Erhebung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) sind die E-Commerce-Umsätze mit Waren sind im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19,4 Prozent auf 24,141 Milliarden Euro gestiegen (Q2/2020: 20,222 Milliarden Euro).

Die größten Wachstumstreiber unter den Warengruppen waren im zweiten Quartal:

  • DIY-Produkte und Floristik: +37,3 Prozent
  • Lebensmittel: +34,9 Prozent
  • Drogerieprodukte: +34,2 Prozent
  • Haus- und Heimtextilien: +31,5 Prozent
  • Medikamente: +30,6 Prozent

Güter des täglichen Bedarfs legen am meisten zu

Es fällt auf, dass der Online-Handel wiederum besonders stark in jenen Warengruppen zulegen konnte, die während der Pandemie weiter stationär in Lebensmittelgeschäften, Drogerien, Baumärkten und Apotheken angeboten werden durften.

Im Vergleich der ersten Jahreshälfte 2020 zu 2021 am meisten zugewonnen haben die Waren-Cluster der Güter des täglichen Bedarfs (+43,3 Prozent) und Einrichtungen (+33,3 Prozent). Am unteren Ende des Spektrums liegt das Cluster Unterhaltung mit einem Wachstum im Halbjahresvergleich von 16,6 Prozent.

Dienstleistungen liegen beim E-Commerce weiter zurück

Nachdem der digitale Vertrieb von Services wie Reisebuchungen oder Veranstaltungstickets in den Vorquartalen eingebrochen war, konnte sich das Segment zuletzt wieder etwas erholen und spiegelt die langsame Rückkehr des öffentlichen Lebens wider.

Der Umsatz mit Dienstleistungen stieg von 1,364 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 2,200 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2021 (+61,3 Prozent). Vergleicht man jeweils die ersten Jahreshälften, ergibt sich mit 3,329 Milliarden Euro noch immer ein Minus von 36,6 Prozent (H1/2020: 5,250 Milliarden Euro). Wie tief der Einschnitt tatsächlich ist, zeigt erst der Umsatzverlust gegenüber dem ersten Halbjahr 2019: Im Vergleich mit dem damaligen Umsatz (ohne Corona-Effekte) von 9,299 Milliarden Euro liegt der Online-Vertrieb von Dienstleistungen derzeit noch um fast zwei Drittel zurück.

Marktplätze sichere Häfen in der Pandemie

Die Versender-Typen haben sich im zweiten Quartal zum Teil sehr unterschiedlich entwickelt.

  • Mit 22,5 Prozent am stärksten gewachsen ist der Umsatz im Handel auf Online-Marktplätzen, die aktuell auf einen Marktanteil von 50,7 Prozent kommen.
  • Dicht dahinter rangieren Teleshopping-Anbieter mit einem Wachstum von 21,3 Prozent sowie Internet-Pure-Player (+21,1 Prozent) und Hersteller (Direct-to-Consumer) mit +20,1 Prozent.
  • Das Schlusslicht bilden die Multichannel-Anbieter mit sowohl stationärem als auch digitalem Standbein. Sie legten mit 8,2 Prozent am wenigsten zu.

E-Commerce könnte Marke von 100 Milliarden Euro knacken

Obwohl die Restriktionen im stationären Handel mittlerweile gelockert wurden und wieder mehr Menschen in die Geschäfte gehen, scheint der Wachstumstrend der E-Commerce-Branche ungebrochen. Mit Blick auf das gesamte erste Halbjahr 2021 schlägt laut Bevh ein konsolidiertes Wachstum von 23,2 Prozent zu Buche – von 36,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2020 auf 45,2 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten dieses Jahres.

Dank der Umsatzentwicklung mit Waren liegt der E-Commerce im vom Bevh prognostizierten Wachstumskorridor und könnte in diesem Jahr erstmals die Umsatzgrenze von 100 Milliarden Euro übertreffen.

“Dass der Online-Handel nicht mehr nur auf schwachen Vergleichszahlen wie im ersten Quartal wächst, sondern auch auf überproportional starken Vorjahreswerten, deutet auf einen Substanzeffekt hin”, sagt Christoph Wenk-Fischer. Laut des Bevh-Hauptgeschäftsführers hätten die Menschen “den E-Commerce in der Pandemie als verlässlichen Partner kennengelernt und nutzen ihn noch selbstverständlicher als zuvor”. Das zeige sich daran, “dass die Menschen auch in Warensegmenten wie Mode deutlich mehr online einkaufen, die seit Mai auch stationär wieder deutlich zulegen”.

Bevh-Studie zum E-Commerce in Deutschland

In der Verbraucherbefragung “Interaktiver Handel in Deutschland” werden von Januar bis Dezember 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (zum Beispiel im Bereich Reisen oder Ticketing) befragt.

Das Endergebnis der Studie wird Anfang 2022 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht. Die nun vorgestellten Zwischenergebnisse basieren auf der Auswertung der Monate April bis Juni 2021. Die Studie wird von Beyondata durchgeführt.

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