Brief an mein jüngeres Ich: Steffen Zeller    

Im Brief an sich selbst blicken bekannte Köpfe aus dem Marketing zurück. Heute: Steffen Zeller, CMO von Rügenwalder Mühle. Er gibt seinem Berufseinsteiger-Ich drei wichtige Ratschläge.
Der junge Steffen Zeller als Trainee mit Anzug und Krawatte
Der junge Steffen Zeller als Trainee mit Anzug und Krawatte (© privat, Montage: Wolfram Esser)

Hi Steffen, 

gerade stehst Du am Anfang deiner Karriere.  

Du hast dir die Zeit genommen, deinen eigenen Weg zu finden. In Praktika hast du dich ausprobiert, hast sogar für kurze Zeit Physik studiert und dabei viel über dich gelernt. Am Ende war es ein Marketingwettbewerb, der dir gezeigt hat, wie sehr dich FMCG begeistert. 

Foto: Jasper Ehrich
Steffen Zeller erzählt seinem jüngeren Ich, worauf es im Job und im Leben ankommt. (© Jasper Ehrich / Rügenwalder Mühle)

Jetzt bist du Trainee in einem großen Konzern, mit Anzug und Krawatte, noch unsicher, aber mit dem Gefühl: Da könnte mehr sein.  

Zu dieser Zeit hättest du wahrscheinlich jemanden gebraucht, der dir sagt: Trau dich früher, du bist längst bereit! Aber wie? 

Mut heißt nicht, immer recht zu haben 

Erstens: Sei mutiger! Du wirst oft denken, dass die anderen mehr wissen, schlauer sind, erfahrener sind, dass es einen Grund gibt, warum Dinge so gemacht werden. Und ja, den gibt es manchmal. Aber eben nicht immer. 

Wenn dir etwas auffällt, wenn du eine Idee hast oder das Gefühl, dass etwas besser gehen könnte – sprich es aus! Warte nicht, bis du „mehr Erfahrung“ hast! Mut heißt nicht, immer recht zu haben. Mut heißt, sich zu zeigen. 

Zweitens: Trau Dich! Mach einfach! Du wirst viele Situationen erleben, in denen du abwägst, in denen du dir ausmalst, was alles schiefgehen könnte. Aber die entscheidendere Frage ist eine andere: Was passiert, wenn du es nicht machst? Oder noch besser: Was, wenn es klappt? Die meisten Dinge lassen sich korrigieren. Nicht alles wird perfekt laufen, aber Stillstand bringt dich garantiert nicht weiter. 

Und drittens: Orientiere dich nicht zu früh und zu sehr an anderen. Insbesondere in der Teamführung. Du wirst viele tolle Führungskräfte erleben und genauso viele, bei denen du spürst, dass ihr nicht dein Weg ist. Beides ist wichtig. Aber am Ende geht es darum, deinen eigenen Stil zu entwickeln – einen, der zu dir passt und nicht zu einer Rolle, von der du glaubst, sie erfüllen zu müssen. 

Freu dich auf alles, was kommt!  

Wenn ich dir also etwas für den Weg, der jetzt vor dir liegt, mitgeben darf: Sei mutiger, mach einfach und bleib bei dir! Der Rest wird kommen. Auch weil es großartige Menschen geben wird, die Potenzial in dir sehen und Dich weiterentwickeln werden.  

Freu dich auf alles, was da kommt! Das wird gut – auch wenn der Weg zwischendurch mal holprig sein wird. Bleib dankbar und zufrieden! Und – nimm nie den einfachsten Weg! Der macht am wenigsten Spaß. 

Pass auf dich auf und bleib neugierig! 

Dein Steffen