Bei der Bertelsmann-Tochter Territory Agency fallen in den kommenden Monaten voraussichtlich 100 Arbeitsplätze weg. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin. Grund sei der „anhaltend hohe wirtschaftliche Druck“, unter dem die Agentur schon länger stehe.
Territory gehört zu den größten deutschen Content-Marketing-Agenturen. Das Geschäft ist vielfältig: Von PR über Content-Produktionen bis hin zu Marketingstrategien. Gerade dieser Bereich, die Sparte Agency, soll nun verschlankt und neu ausgerichtet werden. Die Einheiten Territory Media und Territory Influence sind hingegen nicht betroffen.
Dass neue Mandate von Konzernen wie BASF oder Bilfinger gewonnen wurden, ändert an der Lage wenig. Offenbar reichen diese Aufträge nicht aus, um das Geschäft zu stabilisieren. Für die rund 750 Mitarbeitenden weltweit bedeutet das harte Einschnitte: Betroffen sind sämtliche Standorte in Deutschland – neben Hamburg auch Köln, München, Gütersloh, Verl und Leverkusen – sowie internationale Büros in Barcelona, Paris, Warschau und Budapest. Mit dem Betriebsrat wurde ein Sozialplan und ein Interessenausgleich vereinbart, damit die Folgen für die Beschäftigten zumindest abgefedert werden.
Agenturen wie Territory stehen unter Druck
An der Spitze des Unternehmens steht seit Anfang 2025 Oliver Reinke. Er folgte auf Sandra Harzer-Kux, die Territory Ende 2024 „auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen“ verlassen hat. Harzer-Kux hatte zuvor jahrelang das Gesicht von Territory geprägt und die Agentur strategisch neu ausgerichtet. Bertelsmann-Manager Dirk Kemmerer würdigte sie damals als „unternehmerisch starke Gestalterin“, die disparate Einheiten zusammengeführt habe.
Der Druck auf Agenturen ist enorm. Kunden fahren Budgets zurück, zugleich macht die technologische Entwicklung gerade bei standardisierbaren Leistungen vieles austauschbar. Künstliche Intelligenz beschleunigt diesen Trend.
