DOOH wächst zweistellig – Gesamtwerbemarkt bleibt im ersten Halbjahr 2025 nahezu stabil

Die digitale Außenwerbung (DOOH) bleibt klarer Wachstumstreiber, während TV, Print, Radio und Online schwächeln. Das zeigen neue Nielsen-Zahlen zum Werbemarkt.
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Werbemarkt: DOOH erwirtschaftet im Zeitraum Januar bis Juni einen Brutto-Umsatz von 730,93 Millionen Euro. (© Unsplash)

Der deutsche Werbemarkt zeigt sich zur Jahresmitte durchwachsen: Während die Bruttowerbeerlöse im Juni laut Nielsen-Statistik um 4,8 Prozent zurückgingen, lag das erste Halbjahr 2025 mit einem Gesamtumsatz von 16,31 Milliarden Euro praktisch auf Vorjahresniveau (+0,1 Prozent).

Ein klarer Gewinner ist Digital Out of Home (DOOH): Die digitale Außenwerbung wächst um 22,4 Prozent auf 730,93 Millionen Euro und erreicht damit ein neues Rekordhoch. Der Marktanteil innerhalb der Außenwerbung steigt auf 44 Prozent – nach 41 Prozent im Vorjahr.

Details zur DOOH-Entwicklung

Wie aus einer aktuellen Mitteilung des Institute for Digital Out of Home Media (IDOOH) hervorgeht, verteilen sich die Bruttowerbeerlöse im ersten Halbjahr 2025 wie folgt:

  • Plakat Digital: 344,9 Mio. Euro (Vorjahr: 184,83 Mio. Euro) → +86,6 Prozent
  • Transport Media Digital: 314,8 Mio. Euro (Vorjahr: 325,1 Mio. Euro) → –3,2 Prozent
  • At-Retail-Media Digital: 59,93 Mio. Euro (Vorjahr: 73,85 Mio. Euro) → –18,8 Prozent
  • Ambient Media Digital: 11,27 Mio. Euro (Vorjahr: 13,33 Mio. Euro) → –15,5 Prozent

Besonders das Segment Plakat Digital erweist sich als klarer Wachstumstreiber mit einem Zuwachs von rund 160 Millionen Euro im Jahresvergleich.

Eine kleinere Differenz in der Gesamtbetrachtung der Außenwerbung erklärt sich durch ein methodisches Detail: Nielsen weist 1.643,91 Millionen Euro aus, IDOOH dagegen 1.637,73 Millionen Euro. Die Differenz von rund sechs Millionen Euro sei noch nicht eindeutig digital oder analog zugeordnet, heißt es von IDOOH. Quelle: IDOOH

Insgesamt kommt Außenwerbung im ersten Halbjahr auf rund 1,64 Milliarden Euro – ein deutliches Plus von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Juni allerdings kühlte sich das Wachstum erstmals spürbar ab: Die Gattung verlor 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

TV-Werbemarkt: Juni stark – Halbjahr schwach

Der TV-Werbemarkt zeigt sich volatil: Im Juni gelang mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent erstmals seit Monaten ein kleiner Aufwärtstrend. Besonders private Sender wie Ad Alliance (+6,4 %) und SevenOne Media (+7,3 %) sorgten für Zuwächse, während die öffentlich-rechtlichen Vermarkter – bedingt durch das EM-Jahr 2024 – zweistellige Verluste hinnehmen mussten. Auf Halbjahressicht ergibt sich dennoch ein Minus von 2,9 Prozent.

Mit 603 Millionen Euro Werbeumsatz lag Print im Juni 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Während Zeitungen im ersten Halbjahr dank eines Plus von 4,8 Prozent insgesamt stabil bleiben, sinken die Erlöse der Zeitschriften um 4,3 Prozent. Die Gattung als Ganzes liegt kumuliert dennoch mit 2,1 Prozent leicht im Plus. Die Radiowerbung büßte im Juni 13,5 Prozent ein, dürfte aber vom starken Vorjahresmonat (EM-Effekt) beeinflusst worden sein. Im Halbjahresvergleich liegt die Gattung mit 993 Millionen Euro leicht im Plus (+1,8 %).

Die Onlinewerbung, wie sie von Nielsen erfasst wird (ohne Search, Social und YouTube), ist im Juni um 7,7 Prozent gefallen. Auf Halbjahressicht ergibt sich ein leichtes Minus von 0,7 Prozent – trotz der weiterhin starken Relevanz digitaler Medien insgesamt. Die Werbeeinnahmen im Kino sanken im Juni um 8 Prozent, liegen aber im ersten Halbjahr noch mit 3,5 Prozent im Plus.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.