Im Urlaub noch bei 33 Grad im Schatten geschwitzt und einen Tag später steht man Schulter an Schulter mit Schoko-Weihnachtsmännern im heimischen Supermarkt – mitten in den Sommerferien. Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen es doch so, lässt der Handel immer wieder mürrisch seine Rechtfertigung verlauten. Wirklich? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sich Weihnachtsartikel nach dem 24. Dezember schlecht verkaufen und man deshalb in der Hoffnung auf mehr Umsatz die Verkaufsphase immer mehr nach vorn ausgedehnt? Sommerferien hin oder her. Die Folge: Auch das Marketing muss immer früher ran, um die wichtigste Verkaufsphase des Jahres vorzubereiten.
Apropos: Haben Sie schon erste Weihnachtsgeschenke besorgt? Noch nicht? Dann wird es nun wirklich höchste Zeit. Laut einer aktuellen Ebay-Studie denkt etwa jeder zehnte Deutsche bereits im August daran, Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Bis spätestens Oktober steigt nahezu die Hälfte (46 Prozent) von ihnen ins Geschenke-Shopping ein. Die Gen Z chillt zu dieser Zeit noch die Basis. Sie startet erst im Dezember die Geschenkesuche, gibt aber am meisten Geld aus.
Raus aus dem Sessel, rein in den Maschinenraum
Für das Marketing bedeutet das: Hurtig raus aus dem Bürostuhl und die Kampagnenmaschinen anschmeißen. Denn glaubt man den Analysen vergangener Jahre, ist der September die ideale Zeit, die Aufmerksamkeit hochzufahren: Eine Ebay-Auswertung der Verkaufszahlen aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass die Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten schon zu diesem frühen Zeitpunkt quer durch alle Kategorien verstärkt ansteigt.
Bleibt nur zu hoffen, dass der Tech-Stack auf das Weihnachtsgeschäft gut vorbereitet ist und auch Anfragespitzen verkraftet. Die Lösungen dafür werden immer besser – und es gibt immer mehr davon. Das Portal Chiefmartec hat in seinem neuen Report exakt 15.384 Marketing-Tech-Lösungen identifiziert und in einer Übersicht zusammengestellt. Dies entspricht einem Zuwachs von neun Prozent beziehungsweise 1300 Produkten im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg ist primär auf generative KI-Anwendungen zurückzuführen, die sowohl Content-Erstellung als auch Datenanalyse und Automatisierung unterstützen.
Vielleicht wäre dies ein geeignetes Weihnachtsgeschenk für jede Marketing-Abteilung: Ein Martech-Tool, das automatisiert die ersten Weihnachtskampagnen startet, während man selbst noch die Sommerferien genießt.
Schon gehört?
Die KI-Antwortmaschine Perplexity hat ein neues Abo-Modell für ihren Comet-Browser gestartet, das Publisher an den Einnahmen beteiligt. Abonnenten von Comet Plus erhalten Zugang zu den Inhalten der teilnehmenden Publisher und können KI-Assistenten nutzen, um Aufgaben auf diesen Websites auszuführen. Informationsanfragen der Nutzerinnen und Nutzer werden direkt im Comet-Browser beantwortet. Teilnehmende Inhalte-Anbieter, die regelmäßig in KI-generierten Antworten zitiert werden, werden an den Abo-Einnahmen beteiligt. Bis zu 80 Prozent der Einnahmen sind für die Ausschüttung an Inhalteanbieter vorgesehen.
Bereits im Oktober 2024 angekündigt, hat OpenAI nun ein neues Speech-to-Speech-Modell eingeführt: GPT-Realtime. Es soll Anweisungen zuverlässiger befolgen und Sprache natürlicher und ausdrucksstärker wiedergeben. In der Praxis kann das Modell unter anderem Disclaimer Wort für Wort vorlesen, alphanumerische Zeichen wiederholen oder mitten im Satz die Sprache wechseln. Der KI-Anbieter hat das Sprachmodell in Zusammenarbeit mit seinen Kunden speziell auf Anwendungen wie Kundensupport, persönliche Assistenz und das Bildungswesen trainiert.
Da Produktentwicklungen im KI-Sektor generell sehr kostenintensiv sind, prüft OpenAI laut The Verge Möglichkeiten, zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Werbung einzubinden, sei eine Option, die nicht kategorisch ausgeschlossen werde. Das Magazin bezieht sich dabei auf Aussagen von ChatGPT-CPO Nick Turley.
Übrigens: Haben Sie auf Ihrem iPhone schon die im Frühjahr 2024 von Apple angekündigten KI-Funktionen für Siri gefunden? Nicht? Dann sind sie damit nicht allein. Google nutzt die gewaltige Verzögerung und stichelt in einem Video damit gegen seinen Wettbewerber – oder sollte man sagen, verspottet ihn?
In diesem Sinne. Bleiben Sie inspiriert!
