TikTok & Instagram im Fokus: Studie warnt vor Suchtverhalten bei Gen Z

Eine neue Studie zeigt: Jeder sechste Deutsche zeigt Anzeichen von Social-Media-Sucht. Besonders betroffen sind TikTok- und Instagram-Nutzer der jungen Generationen. Experten warnen vor den Folgen für Job und Studium.
jonas-leupe-8pCtwj37VB4-unsplash
Besonders die Gen Z kämpft mit Social-Media-Sucht auf Instagram und TikTok. (© Unsplash)

Wer einmal anfängt, hört nur schwer wieder auf: TikTok und Instagram entfalten eine enorme Sogwirkung, vor allem junge Menschen sind davon betroffen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von YouGov Deutschland in Kooperation mit der Hochschule Macromedia hervor. Die Ergebnisse wurden pünktlich zum Start der Digital-Konferenz Re:publica in Berlin veröffentlicht.

Wie es in der gemeinsamen Mitteilung heißt, zeigt rund jeder siebte Deutsche (15 Prozent) typische Anzeichen für eine Social-Media-Sucht. Besonders hoch ist der Anteil in der Generation Z (18-28 Jahre), wo ein Viertel betroffen ist. Bei den Millennials (29-44 Jahre) liegt der Wert mit 26 Prozent kaum niedriger. Selbst in der Generation X (45-60 Jahre) zeigt noch jeder Achte problematisches Nutzungsverhalten, bei den Baby-Boomern sind es immerhin noch 5 Prozent.

Besonders TikTok-Nutzern fällt das Aufhören schwer.
Besonders TikTok-Nutzern fällt das Aufhören schwer. Credit: YouGov

Die Einstufung basiert auf der international anerkannten „Bergen Social Media Addiction Scale„, die auf sechs Kriterien zur Erfassung süchtiger Verhaltensweisen zurückgreift – darunter emotionale Bindung, Kontrollverlust oder Rückfalltendenzen.

TikTok toppt Instagram bei Suchtpotenzial

Viele der Befragten nutzen soziale Netzwerke regelmäßig im Arbeits- oder Studienkontext, doch nicht alle sehen darin ein Problem. Während zwei Drittel der Gen X und der Baby-Boomer keine negativen Auswirkungen durch Social Media auf ihre berufliche Leistung erkennen, sind es bei den Millennials nur noch 51 Prozent. Besonders drastisch fällt das Bild in der Generation Z aus: Lediglich 34 Prozent sehen sich unbeeinträchtigt. Das bedeutet, dass zwei Drittel der jungen Nutzer zumindest gelegentlich unter der eigenen Online-Gewohnheit leiden, wie etwa durch Konzentrationsprobleme oder Zeitmangel.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Frage, wie schwer es den Nutzern fällt, sich wieder von einer Plattform zu lösen. Auf einer Skala von 0 („nie“) bis 100 („jedes Mal“) erreicht TikTok mit einem Durchschnittswert von 58 Punkten den höchsten Wert. Instagram folgt mit 55 Punkten dicht dahinter. Beide Plattformen liegen damit deutlich über dem neutralen Mittelwert von 50, ein klarer Hinweis auf ein hohes Suchtpotenzial. Bei der Gen Z steigt dieser Wert für TikTok sogar auf 70, bei Instagram auf 65. Ähnlich hoch ist der Wert bei den Millennials. Frauen fällt der digitale Absprung insgesamt schwerer als Männern.

„Viele scheitern beim Versuch, ihren Konsum zu begrenzen“

René Arnold, Professor für Management an der Hochschule Macromedia, warnt: „Etwa ein Viertel der Gen Z und Millennials zeigt problematische Social-Media-Nutzung: Viele flüchten sich in soziale Medien, um dem Alltag zu entkommen und scheitern oft beim Versuch, ihren Konsum zu begrenzen.“

Auch Sven Runge, Head of Research bei YouGov Deutschland, betont: „TikTok und Instagram machen es leicht, die Zeit zu vergessen. Das ist Teil ihres Erfolgs. Aber: Intensive Nutzung ist nicht gleich problematisch. Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, zwischen Vielnutzung und Sucht zu unterscheiden und Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen.“

Die Erhebung wurde vom 9. bis 12. Mai 2025 unter 2033 Personen aus dem YouGov-Panel durchgeführt, darunter 791 TikTok- und 352 Instagram-Nutzer. Die Befragung ist repräsentativ für die erwachsene Wohnbevölkerung in Deutschland (Gen Z: 18–28 Jahre (n=160), Millennials: 29–44 Jahre (n=536), Gen X: 45–60 Jahre (n=606), Baby-Boomer: 61–79 Jahre (n=686)).

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.