So will Linde Scheers die Marke ING auf die Kunden ausrichten 

Seit Mitte April ist Linde Scheers Leiterin Communication & Brand Experience bei ING Deutschland. Im Interview spricht sie über ihre Pläne für die Marke und eine besondere Willkommenskultur im Unternehmen. 
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Zu den früheren Arbeitgebern von Linde Scheers zählen Google, N26 und Ebay.   (© ING)

Frau Scheers, bitte fassen Sie Ihre ersten 99 Tage im neuen Job bei der ING Deutschland in einem Satz zusammen. 

Ein herzlicher Einstieg mit viel Offenheit, ehrlichem Austausch und dem Gefühl: Hier kann man etwas bewegen. 

Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Wochen von Ihrem neuen Arbeitgeber gewonnen? 

In meinen ersten Wochen habe ich eine außergewöhnlich starke Willkommenskultur erlebt. Besonders beeindruckt hat mich, wie offen und hilfsbereit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bereichen auf mich zugekommen sind – sei es durch persönliche Begrüßungen, spontane Einladungen zu Teammeetings, Mittagessen, Kaffee oder das Teilen von relevanten Unterlagen, um mir den Einstieg zu erleichtern. Darüber hinaus habe ich schnell gemerkt, wie viel Fachwissen im Team vorhanden ist und welch großes Bestreben, unsere Kundinnen und Kunden noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. 

Was hat Sie am meisten überrascht? 

Wie schnell ich mich wie ein Teil des Teams gefühlt habe – das Miteinander hier ist offen, unkompliziert und von echtem Vertrauen geprägt.  

Mit welcher Hürde hatten Sie so nicht gerechnet? 

Ich war überrascht, wie herausfordernd es sein kann, in einer stark regulierten Branche wie dem Bankwesen gleichzeitig Geschwindigkeit, Qualität und Innovationskraft zu vereinen. Konkret bedeutet das für mich, Prozesse und den Status quo auch mal zu hinterfragen – natürlich mit Respekt vor dem, was regulatorisch gefordert ist. Aber auch mit dem Anspruch, Dinge einfacher, schneller oder kundenorientierter zu machen. Ich habe erlebt, dass es bei der ING durchaus Offenheit für neue Impulse gibt – manchmal braucht es nur jemanden, der sie ausspricht und vorantreibt.

Wie unterscheidet sich die Unternehmenskultur von der in Ihren früheren Wirkungsstätten? 

Bei Google war alles auf Innovation ausgerichtet, bei Ebay lag der Fokus auf Transformation – bei der ING Deutschland haben wir ein starkes Wachstum und eine starke Marke. Gleichzeitig muss der Kundenfokus noch mehr geschärft und die Innovationsgeschwindigkeit erhöht werden.   

Was waren Ihre ersten Veränderungsmaßnahmen? 

Ich habe erste Impulse in Richtung stärkerem Kundenfokus, mehr integrierter Planung über Kommunikation und Marketing hinweg, sowie Silos aufbrechen gesetzt. So setzen wir jetzt zum Beispiel einen funktionsübergreifenden „Squad“ auf, der sich spezifisch mit der Zielgruppe GenZ auseinandersetzt. Ebenso gehen wir das Thema an, KI stärker in unsere Arbeitsweise einzubringen.  

Welche weiteren Pläne haben Sie für die Marke ING? 

Ich möchte die Marke gemeinsam mit dem Team weiter stärken und weiteres Wachstum durch noch stärkeren Kundenfokus erzielen. Darüber hinaus strebe ich eine engere Zusammenarbeit zwischen Teams und mehr Innovation im Kundenerlebnis an. 

Was waren auf diesem Weg die ersten konkreten Schritte? 

Wir haben angefangen, Abläufe klarer zu gestalten, erste bereichsübergreifende Formate einzuführen und Prioritäten zu schärfen – immer mit dem Ziel, schneller, fokussierter und kundenorientierter zu arbeiten. 

Wenn Sie sich etwas wünschen könnten: Was soll man einmal über die Kombination Linde Scheers und ING Deutschland sagen? 

Dass ich gemeinsam mit meinem Team Marketing und Kommunikation auf das nächste Level gehoben und persönliche „Wow“-Erlebnisse für unsere Kund*innen geschaffen habe – nahbar, relevant und mit echtem Mehrwert. 

Dieses Interview wurde schriftlich geführt. 

Anna Lena Hartmann (alh, Jahrgang 1997) ist seit August 2023 Werkstudentin bei der absatzwirtschaft. Im grünen Herzen Deutschlands aufgewachsen, lebt sie nun aufgrund ihres Germanistikstudiums in Leipzig. Zuvor verbrachte sie einige Jahre an der juristischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Ihr breites Wissens- und Interessenspektrum betrifft Themen wie Sport, Wirtschaft und Gesundheit.