Der Markt für digitale Werbung eilt weiter von Rekord zu Rekord. Nach einem Umsatzanstieg von 9,6 Prozent im vergangenen Jahr rechnet der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) für 2026 mit einem Wachstum von 8,7 Prozent. Damit würde der Umsatz mit Online-Video- und Display-Werbung in Deutschland erstmals die Marke von acht Milliarden Euro Umsatz knacken (8,2 Milliarden Euro, 2025: 7,5 Milliarden Euro).
Das anhaltende Wachstum ist gerade im unruhigen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld bemerkenswert. „Digitale Werbung zeigt sich in Deutschland nach wie vor krisenresistent. Sowohl Online-Video- als auch Display-Werbung erreichen neue Rekordwerte. Damit gewinnen beide Segmente weiter an Bedeutung und sind Pflicht in nahezu jedem Mediaplan“, sagte OVK-Vorsitzende Rasmus Giese, im Hauptberuf Geschäftsführer von United Internet Media, bei der Vorstellung der Jahresprognose der Interessenvertretung in dieser Woche.
Online-Video erstmals umsatzstärkste Gattung
Laut OVK übertreffen beide Säulen des digitalen Werbemarktes die Umsatzmarke von vier Milliarden Euro: Die Prognose für das Video-Segment liegt bei knapp 4,2 Milliarden Euro, die für Display-Werbung bei rund 4,0 Milliarden Euro. Damit würde Bewegtbild einen Anteil von rund 51 Prozent an den Gesamtumsätzen erreichen und erstmals den Bereich der statischen Display-Werbung (49 Prozent) übertreffen.
Als Hauptgrund für den anhaltenden Boom der digitalen Werbung nannte Giese „gezielte Budgetverschiebungen“. Beim Blick auf die Branchen steigerten Dienstleistungen (+17 Prozent) und Finanzen (+27 Prozent) ihre Online-Werbeinvestitionen im vergangenen Jahr deutlich. Der Handel, neben Dienstleistungen der zweitstärkste Bereich bei den Brutto-Werbeinvestitionen, gab immerhin 11 Prozent mehr für Digitalwerbung aus. Gleichzeitig zeigt sich den Fachleuten zufolge: Selbst in Wirtschaftsbereichen, in denen Werbebudgets rückläufig sind, nimmt der Anteil digitaler Kanäle weiter zu.
Programmatic bleibt Treiber – mobile Formate wichtiger
Mit Blick auf die Buchung digitaler Werbeangebote erreicht Programmatic Advertising der Prognose zufolge 2026 einen Anteil von 80 Prozent am Gesamtumsatz. Bereits 2025 wurden rund 5,9 Milliarden Euro programmatisch umgesetzt (78 Prozent). Für das laufende Jahr rechnet der OVK mit einem weiteren Anstieg auf 6,5 Milliarden Euro.
Bei den Formaten betonte Giese vor allem die wachsende Bedeutung mobiler Anzeigen: Im Display-Bereich entfielen im vergangenen Jahr bereits vier der zehn umsatzstärksten Werbeformen auf den Small Screen, bei Video waren es zwei von fünf.




