Microsoft hat im vergangenen Jahr durch den Einsatz von KI im Kundenservice mehr als 500 Millionen Dollar eingespart. Das geht aus einer internen Präsentation hervor, bei der Vertriebschef Judson Althoff die Produktivitätsgewinne durch KI in mehreren Unternehmensbereichen hervorhob. Über die Details berichtete Bloomberg.
Brisant: Die Aussagen wurden nur wenige Tage nach einer großen Entlassungswelle bekannt. Weltweit verloren rund 9000 Beschäftigte ihren Job. Zum dritten Mal in diesem Jahr hat der Konzern mehrere Tausend Arbeitnehmende entlassen.
Angesichts dieser Zahlen dürften Althoffs Aussagen bei vielen Ex-Mitarbeitern auf Unverständnis stoßen. Denn das Unternehmen steht finanziell glänzend da: Im vergangenen Quartal erwirtschaftete Microsoft 26 Milliarden Dollar Gewinn bei einem Umsatz von 70 Milliarden. An der Börse kletterte die Marktkapitalisierung zuletzt auf rund 3,74 Billionen US-Dollar. Damit liegt der Konzern vor Apple und nur knapp hinter Nvidia.
Microsoft investiert massiv in KI
Zusätzliche Brisanz bekam das Thema durch einen inzwischen gelöschten LinkedIn-Beitrag von Matt Turnbull, Producer bei Xbox Game Studios, der Gaming-Abteilung von Microsoft. Turnbull hatte Betroffenen geraten, in dieser schwierigen Zeit auf Tools wie ChatGPT oder Microsofts Copilot zurückzugreifen, um „die kognitive Belastung zu bewältigen“. Der gut gemeinte Hinweis wurde von vielen als zynisch empfunden, gerade angesichts der Tatsache, dass auch die Xbox-Sparte von den Entlassungen betroffen war.
Ob die gestrichenen Jobs tatsächlich durch KI ersetzt wurden oder es sich um eine nachgelagerte Anpassung an die Post-Corona-Ära handelt, bleibt unklar. Klar ist jedoch: Microsoft investiert massiv in Künstliche Intelligenz. Für das laufende Jahr sind laut eigenen Angaben 80 Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur vorgesehen. Während für Talente im KI-Sektor neue Stellen geschaffen werden, dürfte die Nachfrage nach klassischen Rollen – etwa im mittleren Management – weiter sinken.
