Microsoft spart 500 Millionen Dollar durch KI – und entlässt 9000 Menschen

Microsoft profitiert massiv von KI. Trotzdem streicht der Konzern Tausende Jobs. Die Kombination aus Rekordgewinnen und Entlassungen sorgt für Kritik.
Microsoft and Windows ANKARA, TURKIYE - JULY 03: Microsoft logo is displayed on a mobile phone screen with the Windows logo displayed on a digital screen in the background in Ankara, Turkiye on July 03, 2025. Cem Genco / Anadolu Ankara Turkey. Editorial use only. Please get in touch for any other usage. PUBLICATIONxNOTxINxTURxUSAxCANxUKxJPNxITAxFRAxAUSxESPxBELxKORxRSAxHKGxNZL Copyright: x2025xAnadoluxCemxGencox
Microsoft investiert massiv in KI, hat jedoch in diesem Jahr bereits 15.000 Menschen weltweit entlassen. (© Imago)

Microsoft hat im vergangenen Jahr durch den Einsatz von KI im Kundenservice mehr als 500 Millionen Dollar eingespart. Das geht aus einer internen Präsentation hervor, bei der Vertriebschef Judson Althoff die Produktivitätsgewinne durch KI in mehreren Unternehmensbereichen hervorhob. Über die Details berichtete Bloomberg.

Brisant: Die Aussagen wurden nur wenige Tage nach einer großen Entlassungswelle bekannt. Weltweit verloren rund 9000 Beschäftigte ihren Job. Zum dritten Mal in diesem Jahr hat der Konzern mehrere Tausend Arbeitnehmende entlassen.

Angesichts dieser Zahlen dürften Althoffs Aussagen bei vielen Ex-Mitarbeitern auf Unverständnis stoßen. Denn das Unternehmen steht finanziell glänzend da: Im vergangenen Quartal erwirtschaftete Microsoft 26 Milliarden Dollar Gewinn bei einem Umsatz von 70 Milliarden. An der Börse kletterte die Marktkapitalisierung zuletzt auf rund 3,74 Billionen US-Dollar. Damit liegt der Konzern vor Apple und nur knapp hinter Nvidia.

Microsoft investiert massiv in KI

Zusätzliche Brisanz bekam das Thema durch einen inzwischen gelöschten LinkedIn-Beitrag von Matt Turnbull, Producer bei Xbox Game Studios, der Gaming-Abteilung von Microsoft. Turnbull hatte Betroffenen geraten, in dieser schwierigen Zeit auf Tools wie ChatGPT oder Microsofts Copilot zurückzugreifen, um „die kognitive Belastung zu bewältigen“. Der gut gemeinte Hinweis wurde von vielen als zynisch empfunden, gerade angesichts der Tatsache, dass auch die Xbox-Sparte von den Entlassungen betroffen war.

Ob die gestrichenen Jobs tatsächlich durch KI ersetzt wurden oder es sich um eine nachgelagerte Anpassung an die Post-Corona-Ära handelt, bleibt unklar. Klar ist jedoch: Microsoft investiert massiv in Künstliche Intelligenz. Für das laufende Jahr sind laut eigenen Angaben 80 Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur vorgesehen. Während für Talente im KI-Sektor neue Stellen geschaffen werden, dürfte die Nachfrage nach klassischen Rollen – etwa im mittleren Management – weiter sinken.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.