Der Social-Media-Gigant Meta hat angekündigt, spezielle Teen Accounts nun auch auf Facebook und dem Messenger einzuführen – zunächst in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada. Die neuen Konten richten sich automatisch an Jugendliche und bieten eine vorkonfigurierte Nutzungserfahrung mit eingebauten Schutzmechanismen. Bereits im vergangenen Herbst hatte Meta diese Schutzprofile auf Instagram ausgerollt – als Reaktion auf den zunehmenden Druck von US-Behörden und öffentlichen Debatten um die psychische Gesundheit junger Nutzerinnen und Nutzer.

Laut TechCrunch legt Meta dabei besonderen Wert auf die Begrenzung von Kontaktmöglichkeiten: Teenager sollen künftig nur Nachrichten von Personen empfangen, mit denen sie bereits befreundet sind oder zuvor interagiert haben. Auch Story-Antworten, Tags, Mentions und Kommentare sind auf den engen Kreis von Freunden oder Followern beschränkt.
Meta: 54 Millionen Teen-Accounts auf Instagram
Weitere Schutzmaßnahmen umfassen tägliche Nutzungserinnerungen nach einer Stunde Bildschirmzeit sowie den automatischen Start des „Quiet Mode“ während der Nacht. Für Jugendliche unter 16 gilt außerdem: Wer Funktionen verändern will – etwa das Deaktivieren der automatischen Unschärfe für potenziell sensible Inhalte in Direktnachrichten – braucht dafür das Einverständnis der Eltern. Auch Live-Übertragungen sind für diese Altersgruppe nur mit elterlicher Freigabe möglich.
Mit der Ausweitung der Teen Accounts auf weitere Plattformen unterstreicht Meta den eigenen Anspruch, stärker Verantwortung zu übernehmen. In einer begleitenden Mitteilung verweist der Konzern auf erste Erfolge: 54 Millionen Instagram-Nutzer seien bereits in das Teen-Format überführt worden, 97 Prozent der 13- bis 15-Jährigen hätten die voreingestellten Schutzfunktionen beibehalten. Eine von Meta beauftragte Ipsos-Studie zeigt zudem, dass 94 Prozent der befragten Eltern das neue Konto-Modell als hilfreich empfinden.
Die Neuerungen kommen zu einem Zeitpunkt, in dem sowohl der US-Surgeon General als auch mehrere Bundesstaaten strengere Regulierungen für soziale Netzwerke fordern – insbesondere beim Umgang mit minderjährigen Nutzerinnen und Nutzern. Meta setzt damit ein Signal: Der Spagat zwischen Reichweite und Verantwortung wird für Tech-Konzerne zunehmend zur Pflichtübung.
