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Katjes-Chef Bachmüller: Das Erfolgsrezept für eine gute Marke

Katjes
Katjes-Chef Tobias Bachmüller: "Eine gute Marke muss für etwas stehen, wie ein Mensch." © Katjes

Die mit Trophäen reich gesegnete Marke Katjes polarisiert, provoziert und besticht durch mutige Entscheidungen. Im Interview spricht Katjes-Fassin-Chef Tobias Bachmüller über millionenschwere Investitionen in die Zukunft und erklärt, was eine gute Marke ausmacht.

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Preise sind für die Vergangenheit. Was ist in nächster Zeit von Katjes zu erwarten?  

TOBIAS BACHMÜLLER: Wir haben jetzt wirklich mehr als genug zu tun. Wir haben Kapazitätsprobleme und haben unsere Produktion deshalb im Sommer schon mal für fünf Millionen Euro um zehn Prozent erweitert. Jetzt bauen wir noch ein zusätzliches Werk und werden im Laufe des Jahres nochmal 25 Millionen Euro investieren.

In Deutschland?

In Emmerich. Einfach auf der grünen Wiese nebendran. Wir planen im Fruchtgummibereich noch eine größere Neueinführung für das nächste Jahr. Die geben wir aber erst auf der ISM bekannt. Außerdem führen wir weitere vier Schokoladensorten ein.

Sie haben binnen 15 Jahren zehn Firmen gekauft. Ist eine weitere Expansion geplant?

Ja, absolut.

In welche Richtung wird das gehen?

Wir haben eine einfache Strategie: Süßware, Marke, Westeuropa. Und in die Richtung wird es weitergehen.

Das heißt …

… jeder, der nicht bei drei auf dem Baum ist …

… ist ein potenzieller Kandidat?

Spaß beiseite. Ein potenzieller Kandidat sollte mindestens 20 Millionen Euro Umsatz machen. Früher haben wir auch kleinere Unternehmen gekauft, aber das machen wir nicht mehr, denn das Verhältnis muss passen.

Was macht einen möglichen Übernahmekandidaten für Sie attraktiv?

Uns interessieren gar nicht so sehr die Performance oder der Profit der Marke, worauf ja viele Finanzinvestoren gucken. Sondern uns interessiert die Attraktivität der Marke und ob die für etwas steht, was wir ausbauen können.

Was macht für Sie eine gute Marke aus?

Sie muss für etwas stehen, wie ein Mensch. Ein Mensch sollte auch für etwas stehen, sollte besondere Fähigkeiten haben und die charmant verkaufen können.

Was glauben Sie, was ist im aktuellen Marketing die größte Herausforderung?

Überhaupt wahrgenommen zu werden. Wer den ganzen Tag am Handy hängt, wie ich übrigens auch, der kriegt viele Nachrichten und Impulse. Früher haben die Leute vielleicht tagsüber Autoradio gehört, und jetzt fahren sie über die Straßen und wird zugeblendet mit einer Million Einflüsse, da muss man auffallen. Aber: Es geht um Aufmerksamkeit in Verbindung mit einer Botschaft.  Das ist die Herausforderung. Denn einfach auffallen kann jeder.

Gibt es Bedingungen im Hause Katjes, die das Unternehmen dazu befähigen, erfolgreiches Marketing zu machen?

Ja, gute Mitarbeiter. Es ist ganz banal. 2009, 2010, also etwa zeitgleich zu unserer Veggie-Sortimentsumstellung war unser Marketing in Emmerich, on the Countryside. Der Standort ist sehr gut für die Produktion, bietet aber für das Marketing nicht die optimale Recruiting-Umgebung. 2010 sind wir hier in Düsseldorf eingezogen, das zieht andere Leute an. Ein zweiter Punkt: Zum Beispiel Frau Thyssen ist schon seit sieben Jahren bei uns und arbeitet seitdem auf der Marke Katjes. Also zum einen ziehen wir hier gute Leute an, und zum zweiten wechseln sie nicht oft auf den Marken.

Kontinuität als Erfolgskriterium?

Sagen wir mal: Wir versuchen hier in einer attraktiven Umgebung, den Familienunternehmenswerten zu folgen – das heißt in großer Konstanz und ohne dass wir uns schnell beirren lassen.

Was der Katjes-Chef von Fleisch in Bonbons hält, wie Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Chocjes-Spot kommentierte, was Tobias Bachmüller zu Haltung sagt und wieso Katjes nicht dem Mainstream folgt lesen Sie im ausführlichen Interview mit dem DMP-Preisträger 2019 in unserer Sonderausgabe zum Deutschen Marketing Tag, die Sie hier bestellen können.

absatzwirtschaft+

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