Future Marketing Leaders 2025 – Folge 4: Judith Walter  

Sie gibt ihr in der Praxis erworbenes Wissen nebenberuflich an Studierende weiter. In der Serie „Future Marketing Leaders“ stellen wir junge, vielversprechende Führungspersönlichkeiten vor. Heute: Judith Walter. 
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Judith Walter ist Head of Corporate Social Responsibility, Corporate Brand and Communications bei der Zeiss Group. (© privat, Montage: absatzwirtschaft)

Judith Walter beschreibt ihren Job so: „Ich suche spannende Geschichten und versuche, diese so wirkungsvoll zu verpacken, dass sie ganz viele Menschen berühren.“ Was zunächst schlicht klingt, ist bei Zeiss eine anspruchsvolle Aufgabe. Als Head of Corporate Social Responsibility verbindet die 36-Jährige täglich zwei Welten – hochpräzise Optik und Medizintechnik auf der einen, emotionale Geschichten über soziales Engagement auf der anderen Seite. 

Dass Walter überhaupt ins Marketing gegangen ist, hat mit ihrer Faszination für Geschichten zu tun – und wie man sie visuell verpackt. Diese Leidenschaft führt sie zunächst zum Studium Information Management und Corporate Communications – eine bewusste Entscheidung gegen das rein Künstlerische. Neben der Kreation interessiert sie sich schon immer auch für die technologischen Möglichkeiten dahinter und den Skalierungseffekt durch intelligenten Technologieeinsatz. 

Lehrauftrag an der Universität Würzburg  

Nach Stationen im Zeiss Global Graduate Programm, wo sie Produktmanagement in Dublin und Projektmanagement im Vertrieb kennenlernt, wechselt Walter 2016 in die Consumer Optics Sparte. 2018 übernimmt sie die Online-Strategie und Kommunikation, 2022 wird sie Head of CSR. Parallel beginnt sie bereits 2019 als Lehrbeauftragte an der Universität Würzburg – eine Rolle, die ihr wichtig ist, weil sie selbst von praxisnahen Dozierenden profitiert hat. 

Aktuell treibt Walter zwei wichtige Projekte voran: Die Kampagne „Last Generation on Ice“ mit dem Fotografen und Klimaanalysten Sebastian Copeland lenkt den Blick auf das schmelzende Grönland-Eis. Parallel läuft die Earth-Day-Kampagne, bei der in Indien Schulbänke für Kinder bereitgestellt werden – ein Projekt, das Walter persönlich miterlebt hat. „Wenn man sieht, wie Kinder beim Lernen auf dem Boden sitzen müssen … die Abbrecherquote war extrem hoch wegen Rückenschmerzen und konnte nun stark gesenkt werden.“ Das Projekt inspirierte Kollegen in Japan, etwas Ähnliches zu starten. „Das ist schön zu sehen – dass durch die CSR-Initiativen immer kontinuierlich wieder was Neues in anderen Ländern entsteht, die sich davon haben inspirieren lassen.“ 

Eigenes Team nach Talenten und Fähigkeiten aufgebaut 

Walters größter beruflicher Erfolg? Dass sie ihr Team fast komplett selbst aufbauen konnte – nach Talenten und Fähigkeiten. Heute arbeitet sie mit neun Kolleginnen und Kollegen zusammen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass, wenn man das Thema aus sich heraus machen will, man auch sehr gute Leistungen erzielt. Das gilt für das gesamte Team.“ Größte Enttäuschung? Die gibt es nicht wirklich. Was sie als Führungskraft gelernt hat: „Immer authentisch und bei sich bleiben.“ 

Für 2026 hat sich Walter vorgenommen, Purpose und Nachhaltigkeit noch stärker zu verweben – nicht als getrennte Themen, sondern integriert in alles, was das Unternehmen tut. Ihr Rat an junge Marketing-Talente: „Früh in sich hineinhören, was das eigene Talent ist. Dieses ausbauen und dann durch Praktika ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag bekommen.“ 

Privat reist die gebürtige Schwäbin am liebsten – und fotografiert. Ihre Reiseziele wählt sie nach besonderen Naturereignissen oder Tieren aus. Neugierig bleiben für die Welt, das ist ihr Credo – beruflich wie privat. Schließlich entstehen die besten Geschichten oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet. 

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Lieblingsmarke?  

Apple  

Tollste Werbung? 

Weil sie mit viel Humor arbeitet: „Tested for Bad Boys“ für den Fiat 500 S 

Persönliches Vorbild?  

Verschiedene Einflüsse von starken Frauen, ehemaligen Professoren oder Vordenkern unserer Zeit, die ich durch die Kampagnen oder bisherige berufliche Stationen kennenlernen konnte.  

Bester Rat?  

Identifiziere, wofür du brennst und wo deine Talente stecken, und fördere diese.  

Was treibt dich an?  
 
Positiven Impact generieren, mit Mut Neues ausprobieren, Wissenschaft und Praxis verweben und Talente fördern. 

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2025 Chefredakteur der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.