Herr Lenane, bitte fassen Sie Ihre ersten 99 Tage als COO bei Euronics in einem Satz zusammen.
Genau richtig!
Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Wochen in der neuen Position gewonnen?
Oh Gott, es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Tatsächlich sind es schon über 99 Tage. Diese Reaktion zeigt auch, dass ich „mittendrin statt nur dabei“ bin. Tatsächlich ist mein Onboarding sehr gut verlaufen und fühle mich im Team sowie der Organisation sehr wohl.
Was hat Sie dabei am meisten überrascht?
Die Größe des Marktes und die Distanzen, wenn man Mitglieder besucht, hatte ich so im Vorfeld nicht auf dem Schirm. Mit mehr als 1000 Mitgliedern an über 1200 Standorten in ganz Deutschland ist die Zahl beachtlich. Größe und Komplexität des deutschen Marktes sind eine grundsätzliche Veränderung zum österreichischen Markt. Und dennoch begegnen mir immer wieder einige bekannte Gesichter aus der Vergangenheit.
Mit welcher Hürde hatten Sie nicht gerechnet?
Klar, man hat den vollen Blick erst dann, wenn man “on the Job” ist. Aber ich fühle mich für alle Herausforderungen gut gewappnet und die Zusammenarbeit im Team, mit den Führungskräften und dem Vorstandsressort bestärkt mich, dass Euronics alle Herausforderungen, die der Markt mit sich bringt, gut meistern wird.
Was sind die größten Herausforderungen im stationären und im Online-Markt, mit denen Euronics konfrontiert ist?
Wir arbeiten ständig an der nahtlosen Customer Experience Journey, um die Kunden immer in den Vordergrund zu stellen, denn letztendlich treffen sie die Einkaufsentscheidung. Außerdem kümmern wir uns um den kontinuierlichen Dienstleistungsausbau unserer Händler in Richtung der Kunden. Und im dritten Schritt geht es darum, dass wir als Genossenschaft Dienstleistungen für unsere Händler anbieten und sie so vor allem prozessual entlasten.
Im Online-Geschäft ist es eine große Herausforderung, gegen die nicht-deutschen Pure Player zu bestehen. Wir werden in der kommenden Zeit beobachten, ob die Bundesregierung mit dem neu geschaffenen Digitalministerium, das sogar Branchenverständnis besitzt, ein Zeichen setzen wird.
Was waren Ihre ersten Veränderungsmaßnahmen?
Ich durfte mich sofort in die Ausarbeitung der Strategie 2030 einbringen und auch die Leitung einiger strategischer Projekte übernehmen. Das hilft am Anfang zusätzlich, sich in die Prozesse und Unternehmenskultur einzuarbeiten. Wachstum erhoffen wir uns unter anderem durch die Intensivierung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit Österreich sowie perspektivisch auch mit der Schweiz. Wir wollen von Synergieeffekten profitieren.
Welche weiteren Pläne haben Sie für die Marke Euronics?
Das, was jeder Manager möchte: höher, schneller, weiter. Natürlich ist es das Ziel des Gesamtvorstandes, Euronics dort am Markt zu platzieren, wo wir hingehören. Dafür gibt es einen klar abgestimmten Maßnahmenkatalog und ich freue mich, meinen Beitrag dazu leisten zu dürfen.
Wenn Sie sich etwas wünschen könnten: Was soll man einmal über die Kombination Brendan Lenane und Euronics sagen?
Im Sinne unseres Kampagnenkerns: Genau richtig!
Dieses Interview wurde schriftlich geführt.
