Die Geschichte der Marke Pepsi reicht bis in die späten 1890er-Jahre zurück und ist nur wenige Jahre jünger als die von Coca-Cola. Nur etwa 700 Kilometer von Atlanta entfernt, im US-Bundestaat North Carolina, mixte der im Vergleich zum Coca-Cola-Erfinder John Pemberton 36 Jahre jüngere Apotheker Caleb Bradham ein ähnliches Gesundheitsgetränk, bestehend aus Kolanüssen und dem Verdauungsenzym Pepsin. Bradham vermarktete es als gesundheits-, weil verdauungsförderndes Getränk, zunächst unter dem Namen Brad’s Drink und ab 1898 unter dem noch heute üblichen Namen Pepsi-Cola.
Mittlerweile – mehr als 100 Jahre nach der Erfindung dieser beiden Getränke – sind weder Kokain noch Pepsin in den Limonaden enthalten. Kokain wurde schon 1914 als Zutat in Getränken und Lebensmitteln verboten, nachdem dessen Suchtgefahr erkannt wurde. Warum das Pepsin aus der Pepsi verschwand, ist nicht überliefert. Auch Inhaltsstoffe, die der Kolanuss entstammen, können nicht mehr nachgewiesen werden. Hier hat ein deutlich günstigeres künstliches Koffein-Aroma gegenüber der aus Zentralafrika stammenden Zutat das Rennen gemacht.
Pepsi 1909 offiziell als Marke eingetragen
In den frühen Jahren konzentrierte sich Pepsi-Cola auf die ständige Verbesserung der Rezeptur und versuchte so, sich gegenüber dem Hauptkonkurrenten Coca-Cola zu behaupten. 1909 wurde die Marke Pepsi-Cola offiziell eingetragen.
In der Zeit der Rezession Anfang der 1930er-Jahre etablierte sich Pepsi als preiswerte Alternative zu Coca-Cola, indem es mit der doppelten Menge zum gleichen Preis angeboten wurde. Ein berühmter, weil oft gespielter Radio-Werbe-Jingle lautete: „Pepsi-Cola hits the spot, twelve full ounces, that’s a lot. Twice as much for a nickel too – Pepsi-Cola is the drink for you!“ (das heißt so viel wie „Pepsi-Cola ist der Hit, ganze zwölf Unzen – das ist ’ne Menge. Doppelt so viel, auch nur für einen Nickel – Pepsi-Cola ist das Getränk für dich!“).
Das Getränk der US-Truppen im Zweiten Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Pepsi-Cola als Getränk für die Truppen angesehen und war in den USA weitverbreitet. Laut Aussage des Herstellers stehen die drei Farben Weiß, Blau und Rot des Etiketts für die Nationalfarben der USA. In den späten 1940er-Jahren bewirkte die Einführung des Begriffs „Pepsi Generation“ in Werbekampagnen, dass Pepsi ein moderneres Image erhielt und sich stärker auf Jugendliche konzentrierte. Lange vor Coca-Cola, kam Pepsi bereits 1964 als Diet Pepsi mit einer zuckerfreien Variante auf den amerikanischen Markt.
Pepsi-Cola gibt es in Deutschland bereits seit dem Jahr 1946, als man in Aschaffenburg Abfülleinrichtungen für im Land stationierte amerikanische Streitkräfte baute; 1951 gab es die erste deutsche Lizenz, die es erlaubte, Pepsi Cola für den heimischen Markt abzufüllen.
Im Jahr 1965 fusionierte Pepsi mit Frito-Lay und wurde zu PepsiCo, einem Unternehmen, das sowohl Getränke als auch Snacks herstellt. PepsiCo wurde so zu einem multinationalen Unternehmen und erweiterte sein Produktportfolio durch weitere Akquisitionen. Ab 1974 wurde Pepsi tatsächlich auch in einer Brauerei in Rostock abgefüllt und für 40 Pfennig pro Flasche in ausgewählten HO-Läden der DDR-Bevölkerung angeboten.
Aggressives Marketing zwischen Coke und Pepsi
In den 1980er-Jahren intensivierte sich der Wettbewerb zwischen Pepsi und Coca-Cola, was zu den sogenannten „Cola-Kriegen“ führte. Beide Marken setzten verstärkt auf aggressives Marketing und auch auf vergleichende Werbung im US-Fernsehen, die zuweilen den Charakter von Duellen hatte.
Pepsi kämpfte gegen ein tragisches Phänomen: Bei Blindverkostungen ohne Markennennung entschied sich bei den meisten Untersuchungen eine Mehrheit für Pepsi – bei offenen Verkostungen hingegen war die Mehrheit meist für Coca-Cola.
Heute gibt es Pepsi weltweit in circa 200 Ländern in verschiedenen Geschmacks- und Diät-Sorten wie Pepsi Max und Pepsi Max Cherry.
Der Begriff Pepsi, der tatsächlich vom Getränk abgeleitet wurde, war übrigens lange Zeit auch ein Slangwort für frankofone Kanadier.
