Tedi-Marketingchefin: „Wir bieten unseren Kunden, sich wie Millionäre zu fühlen“ 

Seit dem 1. Mai ist Kim Radak Marketingchefin bei Tedi. In unserer Interviewreihe „99 Tage“ beschreibt sie besonderes Trendbewusstsein der Marke und eine Verletzung, die ihr den Start erschwert hat. 
Tedi 99 Tage Kim Radak
Am 1. Mai hat Kim Radak das Marketing bei Tedi übernommen. (© Tedi, Montage: Marcus Weyerke)

Frau Radak, bitte fassen Sie Ihre ersten 99 Tage als Marketingchefin bei Tedi in einem Satz zusammen. 

Meine ersten 99 Tage waren eine dynamische Phase des Eintauchens, in der ich die beeindruckende Hands-on-Mentalität und den Teamgeist meiner Kolleginnen und Kollegen erleben durfte, sowie erste Weichen für eine zukunftsweisende Markenkommunikation stellen konnte. 

Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Wochen in Ihrer neuen Position bei Tedi gewonnen? 

Der Eindruck ist durchweg positiv: Die Kolleginnen und Kollegen bei Tedi sind voller Ideen und sind offen für Veränderung und Fortschritt. Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, diese Energie zu kanalisieren und in wirksame Projekte umzusetzen, um das Potenzial von Tedi zu entfalten. Das macht diese Aufgabe inspirierend und spannend. 

Was hat Sie dabei am meisten überrascht? 

Das Trendbewusstsein, das Tedi lebt. Ich habe vor Ort eine eigens entwickelte Trendabteilung angetroffen, die auf der Welt und auf Social Media nach aktuellen und kommenden Trends sucht, um sie später in unseren über 3.550 Filialen anzubieten. Auch von außen habe ich schon wahrgenommen, dass Tedi früh Trends erkennt und umsetzt, aber den hohen Stellenwert im Unternehmen konnte ich jetzt erst so richtig greifen.  

Im Bereich Marketing und PR spielt das mir und meinen Teams in die Karten und liefert Content für unsere Kanäle. Es macht viel Spaß zu sehen, dass wir am Zahn der Zeit sind und unseren Kundinnen und Kunden möglich machen können, Trendsetter zu sein, ohne dabei ein Vermögen auszugeben.  

Mit welcher Hürde hatten Sie so nicht gerechnet? 

Ehrlicherweise damit, dass ich mir in der Anfangsphase eine Fraktur im Sprunggelenk zuziehe, die mich in meiner Mobilität beeinträchtigt hat. So habe ich mir meinen Start bei Tedi nicht vorgestellt. Mir sind der persönliche Austausch und das Eintauchen in die Teams wichtig für die Einarbeitung und den Aufbau von Beziehungen. Obwohl vieles digital möglich ist, fehlt mir die physische Präsenz, um die Dynamik und die Nuancen der Zusammenarbeit noch schneller zu erfassen, schon sehr. Das Timing hätte nicht schlechter sein können. Aber es hat mir auch gezeigt, wie resilient und unterstützend die Teams bei Tedi sind. 

Wie unterscheidet sich die Unternehmenskultur bei Tedi von der in Ihren früheren Wirkungsstätten? 

Bei Tedi pflegen wir eine Hands-on-Mentalität, die auf Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung basiert. Hier sind wir alle Macher: Wir krempeln die Ärmel hoch und packen gemeinsam an. Jeder wird aktiv angehört und hat die Möglichkeit, seine Ideen einzubringen und maßgeblich mitzugestalten. Unsere Kultur der Eigenverantwortung und des direkten Beitrags, gepaart mit einer Führung, die Entwicklung fördert, zeigt sich in unseren Erfolgen und positiven Entwicklungen. 

Was waren Ihre ersten Veränderungsmaßnahmen? 

Mein Ansatz war von Beginn an der eines nachhaltigen Aufbaus einer Strategie und Struktur, die Tedi international zukunftsfähig macht und auf die Herausforderungen und Chancen des Handelsmarktes reagieren kann. Daher bin ich in den ersten Wochen in die operative Praxis eingetaucht. Es war mir wichtig, die Prozesse und die gelebte Kultur bei Tedi von Grund auf zu verstehen sowie die Besonderheiten des Unternehmens.  

Gleichzeitig habe ich meine Erfahrung aus internationalen Marketingjobs genutzt, um unsere Medienstrategie ganzheitlich auszurichten. Ziel ist es, unsere Botschaften über alle wichtigen Kanäle hinweg zu verbinden und ein einheitliches Markenerlebnis zu schaffen, das unsere vielfältige Zielgruppe in ihrem Alltag erreicht. 

Welche weiteren Pläne haben Sie für das Unternehmen Tedi? 

Unser oberstes Ziel ist es, das Potenzial von Tedi voll zu entfalten. Wir sehen uns als den idealen Anlaufpunkt für alle, die clever einkaufen und dabei nicht auf Vielfalt und Inspiration verzichten wollen. Es ist wichtig, aktiv zu kommunizieren, um unsere potenziellen Neukundinnen und -kunden anzusprechen und eine zeitgemäße Wahrnehmung von Tedi zu schaffen.  

Das Bild aus den frühen 2000ern gehört längst der Vergangenheit an. Wir präsentieren uns heute als lebendiger, trendbewusster und vielseitiger Anbieter. Dank unserer niedrigen Preise ermöglichen wir unseren Kundinnen und Kunden, sich wie Millionäre zu fühlen, ohne dabei Kompromisse bei der Auswahl einzugehen. Diese Botschaft muss über die passenden Kanäle gezielt unsere breite Zielgruppe erreichen und begeistern.  

Was waren auf diesem Weg die ersten konkreten Schritte? 

Wir haben uns zunächst auf strategische Quick Wins konzentriert, um rasch erste Potenziale zu heben. Ein entscheidender erster Schritt war dabei die Neuausrichtung unserer Social-Media-Strategie. Unser Ziel war es, dort mehr Inspiration, Entertainment und Emotionen zu bieten – kurz gesagt, die Marke Tedi frischer und nahbarer zu präsentieren.  

Im nächsten Schritt geht es darum, neue, relevante Online- und Offline-Kanäle zu identifizieren und zu erschließen. Dies beinhaltet auch die Entwicklung innovativer Content-Formate, die unsere Kunden zielgruppengerecht ansprechen und ihnen einen Mehrwert bieten. Unser übergeordneter Fokus liegt dabei stets auf dem Kundennutzen und der Schaffung eines durchgängig positiven Markenerlebnisses. 

Wenn Sie sich etwas wünschen könnten: Was soll man einmal über die Kombination Kim Radak und Tedi sagen? 

Dass ich dazu beigetragen habe, unser Team zu inspirieren, den Unternehmenserfolg zu fördern und Tedi zu einer echten und geliebten Love-Brand zu entwickeln, die für ihre Kundinnen und Kunden unverzichtbar ist. 

Dieses Interview wurde schriftlich geführt. 


Übrigens: Das Interview ist Teil unserer Serie 99 Tage, in der Marketers von den ersten 99 Tagen in einer neuen Position berichten. Alle weiteren Folgen lesen Sie hier.

Anna Lena Hartmann (alh, Jahrgang 1997) ist seit August 2023 Werkstudentin bei der absatzwirtschaft. Im grünen Herzen Deutschlands aufgewachsen, lebt sie nun aufgrund ihres Germanistikstudiums in Leipzig. Zuvor verbrachte sie einige Jahre an der juristischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Ihr breites Wissens- und Interessenspektrum betrifft Themen wie Sport, Wirtschaft und Gesundheit.