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Warenhaus-Umbau: Verschwinden die Marken Karstadt und Kaufhof?

Seit sich Kaufhof und Karstadt 2019 zusammengeschlossen haben, stehen beide Marken im offiziellen Konzernnamen. © Imago

Nach dem Corona-Lockdown will der Warenhausriese Galeria Karstadt Kaufhof neu durchstarten. Mit 600 Millionen Euro an Investitionen und wohl auch mit einem neuen Markennamen, wie der Vorstandschef in einem Interview angekündigt hat.

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Der coronabedingte Lockdown hat Galeria Karstadt Kaufhof hart getroffen: Nun plant Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern einen strategischen Neustart. Sogar der Name des Kaufhauskonzerns soll sich ändern, wie Unternehmenschef Miguell Müllenbach in einem Interview mit dem “Handelsblatt” signalisierte.

Noch heißen die Häuser mal Kaufhof und mal Karstadt. Doch sagte Müllenbach: “Es ist Zeit, dass man auch an der Marke sieht, dass wir jetzt ein Unternehmen sind.” Das werde auch nicht mehr lange dauern. Details nannte Müllenbach hier nicht. Doch ist auffällig, dass die Internet-Auftritte Karstadt.de und Kaufhof.de bereits unter der Marke Galeria.de vereint wurden.

Bis zu 60 Warenhäuser werden komplett umgebaut

“Wir werden uns Ende Oktober mit unserem Konzept Galeria 2.0 strategisch komplett neu aufstellen”, kündigte der Müllenbach an. Rund 600 Millionen Euro will der Konzern in den nächsten drei bis vier Jahren für den Umbau ausgeben, allein 400 Millionen Euro für die Modernisierung der 131 Warenhäuser. Immerhin 50 bis 60 Häuser sollen mit dem Geld komplett umgebaut werden, der Rest zumindest teilweise. Rund 200 Millionen Euro sollen in den Ausbau des E-Commerce-Angebots, in IT und Logistik fließen.

“Wir wollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden – und zwar mit Konzepten, die ganz genau auf den lokalen Standort abgestimmt sind”, sagte Müllenbach. Dazu will der Handelsriese seine Häuser künftig in drei unterschiedliche Kategorien einteilen: Weltstadthaus, regionaler Magnet und lokales Forum. Als Pilotfilialen sollen die Warenhäuser in Frankfurt, Kassel und Kleve dienen.

Neue Services wie E-Bike-Stationen und Paketschalter

“Bei regionalen Magneten wie beispielsweise Kassel geht es darum, das Angebot mit Services, Waren und Erlebnis anzureichern, die genau dort nachgefragt werden”, erklärte Müllenbach. Galeria Karstadt Kaufhof will hier die eigene Verkaufsfläche reduzieren und damit Platz für regionale Produkte, aber auch Serviceangebote wie städtische Bürgerdienste, E-Bike-Stationen und Paketschalter schaffen.

Ergänzt werden soll das stationäre Angebot mit einer App, in der nicht nur Parkplätze im eigenen Parkhaus und Tische im Warenhaus-Restaurant reserviert werden könne, sondern auch Angebote von Partnern – etwa Friseurtermine oder die Abholung des neuen Personalausweises im Bürgerbüro.

tht/dpa

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Kommentare

  1. Wenn das angekündigte lokal orientierte Konzept auch umgesetzt wird, dann kann der Turn Around gelingen. Nur diese Transformation benötigt noch einmal mindestens 3 -4 Jahre. Reichen dann die 600 K € oder wird wieder Steuergeld gebraucht?
    Es erinnert mich stark an die mir als Lieferanten und Ideengeber von Karstadt Sport sehr gut in Erinnerung gebliebenen 70 er und 80 er Jahre, als die Geschäftsführer der Häuser noch den gesellschaftlichen Stellenwert eines Bürgermeisters hatten und die Abteilungsleiter noch selbst die Warensortimente auf ihren Standort abstimmen einkaufen konnten und verantwortlich für den Absatz waren. Dann kam die “unperfekte” Zentralisierung und das Boot begann zu sinken.
    Wäre klasse, wenn der Turn Around gelingt.

  2. Dass sich Termine in Bürgerbüros, wie z.B. hier in Berlin, zukünftig über ein Kaufhausportal buchen lassen, wage ich sehr zu bezweifeln. Die Behörden haben ihr eigenes System und werden da keinen Dritten ranlassen – schon alleine aus Datenschutzgründen. Das ganze wird wohl eher darauf hinaus laufen, dass Galeria (Karstadt/Kaufhof) einen Link zur Behördenseite setzt. Sowas kann jedes kleine Kind inzwischen per HTML machen. Dafür braucht man keine Millionen Euro und auch keine wohlklingende Pressemitteilung. Wenn das jetzt die neue “Schaltzentrale” der City werden soll, dann Gute Nacht, liebes Kaufhaus. Viel Wind und Getöse um nichts. Früher konnte man bei Karstadt mal alles unter einem Dach kaufen – vom Blumentopf über Schreibwaren bis hin zu Lampen, Computer und Mode. Das ganze hat man einfach aufgegeben. Jetzt sollen Paketschalter und Abholstellen für Personalausweise den Karren wieder in Gange bringen? Finde ich absurd.

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