Herr Werner, bitte fassen Sie Ihre ersten 99 Tage als neuer Markenchef bei Sixt in einem Satz zusammen.
Die ersten 99 Tage waren geprägt von riesigem Spaß an der Marke, einem großartigen Team und vielen Gestaltungsmöglichkeiten – und gleichzeitig von der Begeisterung, was in Zukunft noch alles kommen wird.
Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Wochen aus der neuen Perspektive gewonnen?
Ich fühle mich geehrt, diese Marke führen zu dürfen. Ich bin 2022 zu Sixt gegangen, weil mich Schnelligkeit und Mut begeistert haben – und genau das ist am Ende eine direkte Folge der Kultur und der Menschen, die hier arbeiten. Insofern ist es für mich eine absolute Ehre, diese orange Fackel weitertragen zu dürfen. Besonders inspirierend ist für mich die enge Zusammenarbeit mit Alexander und Konstantin Sixt: Zwei Co-CEOs, die fordern und challengen, aber gleichzeitig bestärken, Geschwindigkeit, Mut und die Nonkonformität der Marke konsequent in den Fokus zu stellen.
Was hat Sie am meisten überrascht?
Am meisten überrascht hat mich, wie schnell Entscheidungen wirklich getroffen werden können, wie groß die Gestaltungsfreiheit tatsächlich ist und wie viel Spaß es macht, in diesem Umfeld zu arbeiten. Geschwindigkeit ist bei Sixt kein Buzzword, sondern gelebter Alltag.
Mit welcher Hürde hatten Sie so nicht gerechnet?
Die größten Hürden liegen weniger im Unternehmen als im eigenen Kopf: Man ertappt sich manchmal dabei, bestimmte Grenzen zu schnell zu akzeptieren, anstatt sie zu hinterfragen. Ich bin von Natur aus schon sehr „Warum nicht?“ – aber hier bei Sixt haben wir die Möglichkeit und die Unterstützung, diesen Ansatz noch stärker zu pushen und die Teams entsprechend zu beflügeln.
Wie unterscheidet sich die Unternehmenskultur bei Sixt von der an Ihren früheren Wirkungsstätten?
Gleich sind die konsequente Anerkennung des Werts der Marke und des Markenerlebnisses. Der große Unterschied: Sixt ist eine Marke, die man spüren muss. Deshalb ist es wichtig, viel Zeit mit der Tradition der Marke zu verbringen, um dieses Gefühl aufzubauen. Uns geht es darum, Emotion, Mut und Differenzierung erlebbar zu machen. Dazu kommt die deutlich spürbare Start-up-Mentalität – die Schnelligkeit, Dinge zu testen, auszuprobieren und bei Bedarf sofort wieder zu verwerfen.
Was waren Ihre ersten Veränderungsmaßnahmen?
Ich würde weniger von Veränderungsmaßnahmen sprechen, sondern eher von einem klaren Fokus: Lieber weniger machen, dafür diese Dinge extrem gut. Die Marketing-Fundamente und -Prinzipien wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen, den Kunden wirklich verstehen, klären, wofür wir als Marke stehen, und sicherstellen, dass wir dies so stringent wie möglich global umsetzen.
Regine, Erich, Alexander und Konstantin Sixt sind extrem kundenzentriert – und unsere Aufgabe im Marketing ist es, dieses Denken durchgängig abzubilden. Dafür möchte ich ein kreatives System schaffen – intern wie extern, mit Top-Partnern. Das soll uns erlauben, Freiheit, Mut und Schnelligkeit zu vereinen und so die Marke Sixt zum Leben zu bringen – schnell, mutig und immer on-brand.
Welche weiteren Pläne haben Sie für das Unternehmen Sixt?
Ein klarer Fokus liegt darauf, nach dem erfolgreichen Transfer der Marke von der Offline- in die digitale Welt – belegt durch Auszeichnungen wie TikTok Brand of the Month – Sixt auf Social Media konsequent als Love Brand zu etablieren. In den letzten drei Jahren haben wir die Marke stark modernisiert und noch konsequenter digitalisiert – eine Entwicklung, die absolut richtig und notwendig war. Inzwischen erreichen wir via Instagram und TikTok rund 700.000 Follower. Darauf möchte ich aufbauen: die Marke global weiter ausbauen, aber immer mit lokaler Relevanz.
Was waren auf diesem Weg die ersten konkreten Schritte?
Die ersten Schritte waren echte Basisarbeit: Zunächst ging es darum, die Marke in der Tiefe zu verstehen. Dann haben wir die Marke klar definiert: Bold, Fun und Premium – das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Und genauso wichtig: den Kunden verstehen. Dazu bin ich tief in Daten eingetaucht – von Kundendaten bis Social-Media-Insights – und habe einige Tage in den Sixt-Stationen verbracht, um direkt vor Ort mit Kunden ins Gespräch zu kommen. Parallel haben wir die ersten Schritte eines kreativen Systems angestoßen – mit fantastischen und mutigen Menschen, intern wie extern, die es lieben, abgefahrene Dinge zum Leben zu bringen.
Wenn Sie sich etwas wünschen könnten: Was soll man einmal über die Kombination Eliah Werner und Sixt sagen?
Dass Sixt es geschafft hat, mir – egal auf welchem Kanal – immer ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und dass die Marke genau dieses Gefühl bei Millionen von Menschen weltweit ausgelöst hat. Am Ende soll Sixt für das stehen, was wir so oft auf Social Media lesen: „Boah, haben die das wirklich gemacht?!“ – und damit für Überraschung, Mut, Einzigartigkeit und die Freude, Erwartungen immer wieder zu übertreffen.
Dieses Interview wurde schriftlich geführt.
