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Neuwagenpreise verschrecken jüngere Autokäufer

Wettbewerbsdruck und hohe Preisnachlässe sind typisch für gesättigte Märkte. Der Fahrzeugmarkt bildet hier jedoch eine Ausnahme, wie der Automobilexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer erläutert: „Die Autobauer versuchen mit Wertwachstum gegenzusteuern und so den Umsatz zu steigern. Preisanstiege führen allerdings dazu, dass sich immer weniger jüngere Menschen einen Neuwagen kaufen.“ Hersteller müssten erkennen, dass nicht das Interesse der jungen Zielgruppe an Pkw sinke, sondern dass sich das Kaufverhalten derzeit stark ändere.

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Seit 1990 sind die Durchschnittspreise für Neuwagen deutlich stärker gestiegen als die Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig haben weniger junge Menschen einen Neuwagen gekauft. Dudenhöffer, er ist Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, lässt die öfter aufgestellt Behauptung, junge Menschen würden sich immer weniger für Autos interessieren, allerdings nicht gelten: „Unsere Daten zeigen, dass zwar die Neuwagenzulassungen von Käufern unter 35 Jahre weniger werden, der Fahrzeugbesitz in Deutschland aber steigt“, sagt der Betriebswirt. So sei zum Jahresbeginn 2013 mit 43,5 Millionen Pkw der historisch höchste Fahrzeugbestand in Deutschland gemessen worden. Aufgrund der Preisanstiege decke sich die jüngere Zielgruppe stärker mit Gebrauchtwagen, Tageszulassungen und anderen Schnäppchen ein.

Mehr Umsatz durch höherwertige Fahrzeuge

Bei der Analyse der Entwicklung der Durchschnittsausgaben für Neuwagen entdeckte Dudenhöffer das Rezept gegen Umsatzrückgänge: höherwertige Fahrzeuge. „Durch Produktvariationen wie etwa neue Karosserieformen á la SUV, höher motorisierte Fahrzeuge oder umfangreichere Ausstattungen im Komfort- und Sicherheitsbereich versuchen die Autobauer, in gesättigten Märkten mit Wertwachstum gegenzusteuern“, erklärt der Experte. Zur Preisentwicklung sagt er: „Wurden im Jahr 1980 in Deutschland noch 8.420 Euro für einen Neuwagen ausgegeben, ist dies bis zum Jahre 2012 auf 26.446 Euro angestiegen.“

Mit steigenden Ausgaben für Neuwagen sinkt aber gleichzeitig der Anteil jüngerer Autokäufer. Auch hierzu liefert der Wissenschaftler Zahlen: Waren im Jahre 1990 bei einem Durchschnitts-Neuwagenpreis von 15.340 Euro noch 27,9 Prozent aller Neuwagenkäufer unter 35 Jahre alt, verringerte sich dieser Anteil bis zum Jahr 2012 auf nur 12,2 Prozent. Der Preisanstieg für den Durchschnitts-Neuwagen sei in den letzten Jahren aber deutlich gebremst worden, und so habe sich auch Rückgang des Anteils der Neuwagenkäufer unter 35 Jahre deutlich verlangsamt.

Dacia als Anbieter ehrlicher „Brot und Butter“-Autos

Die Strategie vieler Hersteller, immer höherwertigere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, scheint sich laut Dudenhöffer für die Branche nicht auszuzahlen. Hohe Rabatte – hier illustriert durch den hohen Eigenzulassungsanteil – konterkarierten die Strategie. Es bestätige sich damit der Eindruck, dass den jüngeren Neuwagenkäufern entsprechende Preisangebote fehlen. Nehme man Dacia, Smart und Fiat heraus, sei im Jahr 2012 kein wichtigerer Autobauer mit einem Durchschnittspreis für seine Neuwagen unter 15.000 Euro im Markt gewesen. Inklusive Hyundai strebten alle Produzenten in Richtung Premium.

Dabei sei eine der erfolgreichsten Marken in Deutschland Dacia, denn Dacia scheine der einzige Autobauer zu sein, der ehrliche „Brot und Butter“-Autos anbiete. „Bei allen anderen“, lautet Dudenhöffers Fazit, „wird mit hoher Verkaufsförderung und hohen Rabatten zwar zum Teil auch preiswert angeboten, aber eben eher nach Basar-Mentalität und Teppich-Verkäufer-Strategie.“

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