McDonald’s liefert eine neue, starke Markenstrategie: Die Marke positioniert sich als kultureller Katalysator, der Generationen verbindet. Die Spots und Plakatmotive der neuen Kampagne „Weil’s heute McDonald’s gibt“ zielen dabei weniger auf Produkte und Preise ab, sondern auf Werte und eine Haltung: Als Familie gehen wir gemeinsam essen und teilen unsere Momente.
McDonald’s möchte sich dabei zukünftig weniger auf austauschbare „Buy-us-Botschaften“, sondern mehr auf sinnstiftende „Why-us-Botschaften“ konzentrieren.
In der repräsentativen Brands-on-Mars-Studie „Haltungskompass 2025“ erzielte McDonald’s in der Haltungsdimension „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ den höchsten Wert von insgesamt 10. Die neue Markenstrategie ist also ein solides Markenbild, aus dem man viel Gutes machen kann.
Manipulation von Kindern als zentrales Kampagnenthema
Die Emotionalisierung von Essen, in der Belohnung und Manipulation von Kindern als zentrales Kampagnenthema eine wichtige Rolle spielen, wirkt dabei jedoch unbedacht. Gerade als Fast-Food-Marke sollte man heute mit mehr Feingefühl und Verantwortung vorgehen, vor allem, wenn man das Ziel hat, auf Basis von Werten kulturelle Trends als Marke zu prägen.
In einer Zeit, in der ungesunde Ernährung und Kinder in Gesundheitsdebatten immer mehr thematisiert werden, braucht es für eine Fast-Food-Kette mehr als emotional-verführerische Bilder. Es braucht kein Werbeverbot, aber Transparenz, Verantwortung und eine klare Haltung gegenüber Eltern und Kindern als Beeinflussbare.
Verschwimmt hier die Grenze zwischen humorvoller Inszenierung und gezielter Indoktrination? Nutzt hier eine große Marke kindliche Erwartungshaltungen, um Verhalten zu lenken? Welche Verantwortung trägt eine Fast-Food-Kette, die mit ihrer Marketingstrategie eine solche emotionale Brücke zwischen Marke und Produkt baut?
Eindrucksvoll inszeniert, aber kulturell fragwürdig
Die Kampagne ist strategisch clever und handwerklich sauber: klare Headline, Wiedererkennbarkeit, konsistente Bildsprache, die Produktion wirkt professionell. Unterm Strich ist sie aber in ihren Berührungspunkten mit der Zielgruppe problematisch: McDonald’s hat die Chance, kulturelle Prägung bewusst zu nutzen und damit eine relevante Haltung aufzubauen. Doch sie sollte nicht zur Manipulation jüngerer Konsumenten in Alltagssituationen missbraucht werden.
Ein wirklich kulturprägender Markenausbau von McDonald’s sollte heute gesundheitliche Verantwortung thematisieren, wenn die Werbung auf Familien abzielt. Die Kampagne sollte nicht mit fragwürdigen Belohnungsmechaniken für Kids arbeiten oder gar provozieren, sondern echten gesellschaftlichen Mehrwert liefern und dadurch mehr Größe beweisen.
Fazit: Die Kampagne „Weil’s heute McDonald’s gibt“ ist eindrucksvoll kreativ inszeniert, aber gesellschaftlich und kulturell fragwürdig und wird der Größe der Marke nicht gerecht.



