Apple: Kreativität in der Müllpresse
Hightech meets Brutalism: Apples Werbespot zum iPad Pro aus dem Jahr 2024 hätte ein Fest für Design-Fans werden sollen – stattdessen wurde er zum Sinnbild von Zerstörung. Der Clip zeigt, wie Musikinstrumente, Kunstmaterialien und andere kreative Tools in einer gigantischen Presse vernichtet werden, nur um ein Tablet freizulegen.
In Tausenden von Kommentaren auf X, darunter auch Promintente wie der Schauspieler Hugh Grant, wurde der Spot als Symbol für die Entwertung menschlicher Kreativität gebrandmarkt. Apple entschuldigte sich – öffentlich und demonstrativ. Der Clip wurde nie im TV ausgestrahlt. Die Lektion: Wer als Marke für kreative Freiheit steht, sollte nicht mit deren Zerschlagung werben – selbst, wenn alles nur Animation ist.
Bumble: Dating-Desaster
Die Dating-App Bumble wollte im vergangenen Jahr provozieren. Einst gefeiert als feministisches Gegenmodell zu Tinder, erntete die App für ihre US-Kampagne dann allerdings harsche Kritik: Mit Sprüchen wie „Zölibat ist keine Lösung“ oder „Werden Sie nicht gleich Nonne“ verspottete Bumble Frauen, die sich bewusst gegen Dating entscheiden. Viele Betroffene fühlten sich verhöhnt – ihre Erfahrungen mit Belästigung, Ghosting oder schlichtem Desinteresse wurden als Punchline verkauft.

Der Aufschrei in Social Media ließ nicht lange auf sich warten: Promis wie Julia Fox zogen nach – und Bumble ruderte zurück. Doch der Schaden sitzt tiefer: Ausgerechnet die Marke, die sich einst auf weibliche Selbstbestimmung stützte, hat diese nun infrage gestellt. Ironie des Marketings: Wer die eigenen Werte verrät, kann sie nicht durch Kampagnen zurückgewinnen.
Jaguar: Design ohne Drive
Ein neues Image, das kaum jemand versteht. Jaguar hat sich 2024 radikal neu erfunden – und dabei offenbar vergessen, wer die Marke eigentlich fährt. Statt eleganter Zurückhaltung servierte der Clip zur Relaunch-Kampagne eine schrille Mischung aus Model-Laufsteg, Kunstakademie und Retro-Filmszene – nur: Autos suchte man vergeblich.
Auch das neue Logo irritiert. Aus der ikonischen, bedrohlich lächelnden Raubkatze wurde ein abstrakter Linien-Jaguar, der eher nach Tech-Start-up als nach britischer Noblesse aussieht.

Und die neue Schreibweise „JaGUar“? Mehr Stilbruch als Statement. Jaguar wollte modern sein – und hat dabei seine Marke weichgespült.
