„Wenn man meine Motivation in Flaschen abfüllt, dann kommt man dafür in den Knast, wenn man das verkauft.“ So lautet ein bekanntes Zitat von Jürgen Klopp. Und die Worte des prominenten Fußballtrainers fügen sich stimmig in die Gegenwart – mit dem feinen Unterschied, dass „Kloppo“ seine Motivation jetzt offiziell in Dosen abfüllt.
Seit Januar 2025 fungiert der gebürtige Stuttgarter als Global Head of Soccer für die Red Bull GmbH und steuert das Fußballnetzwerk von Red Bull. Und als Persönlichkeit, die längst für sich selbst als besondere Marke steht – nicht nur im Fußball, auch in der Werbelandschaft – ist der heute 58-Jährige in der Kategorie „Markenpersönlichkeit“ für den diesjährigen Marken-Award nominiert.
Sport als Wurzel der persönlichen Markenentwicklung
Die Wurzeln seiner ausgeprägten Personenmarke liegen gleichwohl im Sport. Von 1990 bis 2008 pushte Klopp als Spieler und später auch als Trainer den 1. FSV Mainz 05, bevor er zu Borussia Dortmund wechselte.

Mit den Schwarz-Gelben holte er in den Jahren 2011 und 2012 zwei Deutsche Meisterschaften und einen Pokalsieg. 2013 erreichte Klopp mit den Borussen noch das rein deutsche Finale der Champions League, bevor er 2015 als Teammanager und Trainer zum FC Liverpool wechselte. Den britischen Traditionsverein führte er nach langen, dürren Jahren zurück in die Erfolgsspur, gewann die Champions League (2019) und den englischen Meistertitel (2020).
Doch ganz gleich, wo Jürgen Klopp auch auftauchte und wie und mit wem er auch agierte: Er ist eine Person, die nahbar und bodenständig auftritt und als „The Normal One“ schnell die Herzen der Menschen gewinnt.

Persönliche Sympathie auf Marken übertragen
Dass so einer in der Kategorie „Markenpersönlichkeit“ für den Marken-Award nominiert wird, passiert also nicht von ungefähr. Wenn ein Menschenfänger wie Klopp mit seiner authentischen Art derart die Massen bannen kann, dann schlägt sich diese Überzeugungskraft auch auf die Marken nieder, für die er als Botschafter fungiert.

Zahlreiche Brands haben von Klopps ungefilterter Art schon profitiert. So war er das Gesicht für Opel, warb für die Deutsche Vermögensberatung und für Trivago oder arbeitete mit New Balance und Adidas zusammen, ebenso wie mit Snickers und Warsteiner, Mitsubishi, der Zwieback-Marke Brandt oder Kinder-Country.
Ganz gleich, wofür Jürgen Klopp auch in die Kamera spricht und lacht: Stets wirkt es so, als überflügele die Strahlkraft seiner Persönlichkeit jede Marke; man sieht die Spots einfach gerne seinetwegen; wofür er gerade steht, gerät dabei fast zur Nebensache.
Neue Herausforderung bei Red Bull
Bei Red Bull fungiert er nicht als Markenbotschafter, sondern ist im Konzern angestellt als Mitarbeiter, der seine Expertise als Fußballfachmann zur Verfügung stellt. Als Global Head of Soccer leitet Klopp das Red Bull Fußballprojekt mit Vereinen, die in mehreren Ligen auf vier Kontinenten vertreten sind.
Seinen Worten zufolge ist er mit viel Freude in seine neue Aufgabe gestartet. „Wenn du als Coach arbeitest, hast du keine Zeit dafür, weil du alle drei Tage spielst und es nur darum geht, zu gewinnen, zu gewinnen, zu gewinnen oder mit einer Niederlage umzugehen. Jetzt bin ich davon befreit“, sagte Klopp bei seiner Vorstellung in Salzburg. „Ich habe Zeit und Energie für all die anderen Dinge. Deshalb war die Entscheidung easy für mich. Es ist eine sportliche Entscheidung für die Red-Bull-Sportidee, die ich so liebe. Sie ist aufregend, abenteuerlich und derart innovativ, dass ich ein Teil davon sein wollte – und jetzt bin ich es.“
Sein Ansatz sei es immer gewesen, den Charakter der Spieler zu prägen. „Meiner Meinung nach wollen die Leute etwas Besonderes sein und ich helfe ihnen dabei, das auch zu leben.“ Er möchte, „dass die Leute uns spielen sehen und – ohne den Namen auf dem Trikot zu lesen – sollen sie spüren: Wir sind Red Bull“. Diese Mission erscheint vor dem Hintergrund seiner bisherigen Karriere als Spieler, Trainer und Teammanager glaubwürdig.

Leidenschaft für das Spiel, den Club, das jeweilige Projekt
So geht Marketing mit intensivem Persönlichkeitsinput: Die Philosophie des Klopp-Fußballs, bedingungslose Leidenschaft für das Spiel, den Club, das jeweilige Projekt, den von ihm propagierten Heavy-Metal-Fußball, überträgt sich nahtlos auf sein neues Engagement bei Red Bull als einem Multi-Club und einem Multi-Sport-Netzwerk, das er mit seiner Expertise für Trainerentwicklung und Scouting bereichert.
Und wenn er wieder mal die Worte „I am running out of energy“ über die Lippen kommen – noch so ein bekanntes Zitat von ihm – dann weiß Kloppo, wonach er greifen muss: zur blau-rot-silbernen Dose.
