Firmenpleiten: Droht eine KI-Blase?

Der Kreditversicherer Allianz Trade hält 4000 zusätzliche Insolvenzen in Deutschland für möglich, sollte die KI-Euphorie abrupt enden. Ein weltweiter Crash wie zur Dotcom-Blase könnte die Folge sein.
Symbolfoto zum Thema Panikverkaeufe an der Boerse. Eine Person tippt mit dem Finger auf dem Display eines Smartphones auf dem der Kursverlauf eines Aktienkurses angezeigt wird. Berlin, 25.04.2025. Berlin Deutschland *** Symbolic photo of panic selling on the stock exchange A person taps with his finger on the display of a smartphone showing the price trend of a share Berlin, 25 04 2025 Berlin Germany Copyright: xThomasxTrutschelx
Die Folgen der Handelskonflikte und ein mögliches Ende des KI-Booms könnten einen Schock an den Börsen auslösen. (© Imago / Thomas Trutschel)

Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet eine weltweite Zunahme an Unternehmensinsolvenzen im kommenden Jahr. Es handle sich voraussichtlich um den fünften Anstieg in Folge, teilte die Allianz-Tochter aus Paris und Hamburg mit. Die Analysten prognostizieren fünf Prozent mehr Pleiten als im Vorjahr. 

In Deutschland wird das Insolvenzgeschehen demnach nächstes Jahr auf einem hohen Niveau bleiben: Allianz Trade prognostiziert 24.500 Fälle, was einem leichten Anstieg um ein Prozent entspricht. „2026 liegen die Fallzahlen so hoch wie seit zwölf Jahren nicht“, heißt es in der Mitteilung. 

Handelskonflikte testen Resilienz der Wirtschaft

Die Folgen der Handelskonflikte könnten bald die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen auf die Probe stellen, sagte Allianz-Trade-Chefin, Aylin Somersan Coqui. Das Risiko von Dominoeffekten nehme zu. Ein weiteres Risiko bergen demnach Neugründungen, die sich in Europa und den USA beschleunigt haben. Start-ups haben ein überproportional hohes Risiko, insolvent zu werden. 

Ein Ende des Booms um Künstliche Intelligenz (KI) – ähnlich der Dotcom-Blase Anfang der 2000er – könne zudem einen Schock auslösen, heißt es in der Studie. In Deutschland wären etwa 4000 zusätzliche Insolvenzen die Folge, sollte eine potenzielle KI-Blase platzen. 

2027 soll dann vor allem in Deutschland eine Wende einsetzen: Die Experten erwarten einen Rückgang der Insolvenzen um etwa vier Prozent auf 23.500 Fälle. Die Prognose begründen die Autoren mit Konjunkturmaßnahmen der Regierung, die Wirkung zeigten. Weltweit liegt der erwartete Rückgang bei einem Prozent.

tht/dpa