Zwei Konsonanten in einer – für die meisten westlichen Sprachen – unüblichen Kombination am Wortanfang könnten auf eine außereuropäische Wortherkunft hindeuten. Dem ist aber nicht so. Die Gründer Jensen Huang, Chris Malachowsky und Curtis Priem haben sich etwas dabei gedacht, als sie Anfang April 1993 die Nvidia Corporation gründeten.
Der Markenname ist eine Symbiose aus dem Arbeitstitel des Projekts „NV“, der bei den Gründervätern für „next vision“ (und beim technischen Personal schlicht für „next version“) stand, und dem lateinischen Wort „invidia“, das „Neid“ und „Begehrlichkeit“ bedeutet. Schließlich ging es zunächst um die Leistung von Multimedia- und 3D-Beschleunigern in einem Chip, die andere neidisch machen sollte.
„Auge des Neids“ im Logo
Die ersten Anwendungen fanden primär in Computerspielen statt, deren visuelle Auflösung und Geschwindigkeit Anfang der 90er Jahre aus heutiger Sicht noch in den Kinderschuhen steckten.
Aus dem Anspruch, eine bessere Visualität zu realisieren, leitet sich auch das Logo von Nvidia ab, in dessen Zentrum ein stilisiertes Auge zu sehen ist. Das ebenfalls bereits 1993 eingeführte Logo hat sogar einen fast philosophischen Bezug zur klassischen Antike; denn im alten Rom galt das „Auge des Neids“ als Symbol der Begierde und Eifersucht. Das Auge repräsentiert zudem vordergründig Sehen, Wahrnehmung und visuelle Darstellung, also genau das, womit sich Nvidia von Anfang an beschäftigt hat: Grafikkarten und Chips, die Bilder, 3D-Modelle und letztlich „visuelle Realität“ erzeugen.
Das Auge steht somit für die Fähigkeit, „zu sehen“, sowohl im Sinne von visueller Darstellung als auch von technologischer Weitsicht (Vision).
Aktien seit Ende 2022 um 1.300 Prozent gestiegen
Diese Weitsicht hat sich im kometenhaften Aufstieg von Nvidia bewiesen. Heute sind viele große institutionelle Anleger in Nvidia investiert, wie The Vanguard Group (mit circa 9 Prozent) und BlackRock (mit circa 7,8 Prozent). Der Mitgründer und CEO Jensen Huang hält nur noch knapp 4 Prozent, was ihn trotzdem zum Multimilliardär macht.
Der sogenannte Tipping-Point der Aktie lässt sich auf den Jahreswechsel 2022/2023 datieren, als die Bedeutung generativer KI und ihr Bedarf an Hochleistungschips zur allgemeinen Erkenntnis wurde. Seitdem ist die Aktie um mehr als 1.300 Prozent gestiegen.
Selbst wenn es ein vielfach vorhergesagtes Platzen der KI-Blase geben sollte, zeigt der Blick auf vorherige Blasen, dass die Großen eher gestärkt daraus hervorgehen – und momentan ist Nvidia der Allergrößte.
