Liebe Céline,
das Networking-Event heute Abend hat dich viel Kraft gekostet. Du musstest dir von unzähligen Gründern anhören, wie viele Millionen sie gerade einzig und allein mit einem Pitch-Deck geraised haben. Dass ihre Unternehmensbewertung bei 20, 30 oder gar 100 Millionen liegt, obwohl sie gerade erst ihre Beta gelauncht haben.
Und ich weiß, dass du gerade im Hotelzimmer sitzt und dich fragst: Was mache ich falsch? Warum bin ich diese kleine „Personal-Branding-Maus“? Warum habe ich kein Tech-Unternehmen gegründet, sondern eine LinkedIn-Beratung gebootstrapped?
Firmenbewertung ist nicht alles
Was ich heute weiß, und dir mitgeben möchte, ist, dass eine aufgeblasene Unternehmensbewertung dich nirgendwo hinführt – auch nicht zwangsläufig zu Wohlstand. Heute kenne ich Geschichten von Gründern, für die nach dem Exit und Auszahlen der Investoren nichts mehr vom Geld übriggeblieben ist.
Es fällt dir gerade so schwer, aber bitte sei stolz auf dein Unternehmen. Du bist gerade mal im zweiten Jahr, machst schon siebenstellige Umsätze und das seit Tag 1 profitabel. Du kannst Rücklagen bilden, Gewinne einfahren. Jedes Jahr!
Dem Mainstream einen Schritt voraus
Lass mich dir auch sagen, dass eine Rezession kurz bevorsteht. Das Geld wird bedachter ausgegeben werden. Du wirst dich glücklich schätzen, dass du nicht auf eine Anschlussfinanzierung angewiesen bist.
In Krisenzeiten zeigt sich, wer wirklich unternehmerisch denkt und handelt. Und das tust du! Du warst dem Mainstream immer ein Schritt voraus, hast loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord und eine Hustler-Mode-Arbeitseinstellung – das kann nur gut werden!
Ich drücke dich fest,
Céline
PS. Dein Traum von einem skalierten Produkt geht übrigens trotzdem noch in Erfüllung. Es wird Storytide heißen!
