Attention, please!

Der Kampf um Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Schlüssel zum Werbeerfolg. Sichtbarkeit und Engagement rücken in den Fokus, Qualität statt Quantität liegt im Trend. Marketing-Tech-Anbieter überraschen jetzt mit kreativen Lösungen.
Klug eingesetzt, verhilft Marketing Tech Unternehmen zu mehr Aufmerksamkeit. ©Unsplash

Ein E-Mail-Postfach ist wie ein Barometer. Es kann Wetterlagen und Trends anzeigen. In meinem Posteingang herrscht momentan bestes Hochdruckwetter. Die Urlaubssaison neigt sich dem Ende und die Dmexco steht vor der Tür. Kommunikativ geben die Unternehmen jetzt alles, um optimal wahrgenommen zu werden. MarTech-Anbieter haben zahlreiche Neuerungen am Start, was zeigt, dass sich die Branche dynamisch weiterentwickelt – allen Krisen, Krankheiten und Kostenexplosionen zum Trotz.

Apropos optimale Wahrnehmung. Laut einer Studie des Marketing-Tech-Spezialisten Sovrn erzielt Online-Inventar mit einer Sichtbarkeit von 80 Prozent einen dreifach höheren TKP als der Marktdurchschnitt. Das bedeutet: Wenn Publisher sicherstellen, dass Inventar mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent gesehen wird, sind Media-Einkäufer*innen bereit, deutlich mehr dafür zu bezahlen. Die durchschnittliche Sichtbarkeit lag demnach nur bei 52 Prozent. Weitere Erkenntnis: Je engagierter der Leser, desto höhere TKPs können generiert werden. Wer als Publisher seine Werte analysiert, kann entsprechend optimieren. Für seinen Benchmark-Report hat das Tech-Unternehmen TKP-Daten tausender Verlage – hauptsächlich aus den USA und UK – ausgewertet.

Neue Lösungen für TV und Audio

Auch im TV- und Audio-Bereich können fundierte Analysen und passende Tools Werbung effizienter machen. Bestes Beispiel ist Addressable TV (ATV), eine Form digitaler TV-Werbung im linearen Fernsehprogramm. Sie ist auch für KMU interessant, wie ein aktuelles Beispiel zeigt: Vor wenigen Tagen hat die Bäckerei „Backhaus Bickert“ erstmals eine automatisierte ATV-Kampagne gestartet, um seine Standorte im Großraum Aschaffenburg digital sichtbarer zu machen. Dabei kommt ein Händlermarketing-Tool von smartclip zum Einsatz. Anhand der Postleitzahl werden zum Beispiel Adressinformationen, Produktdaten oder Aktionen automatisch im Werbemittel angepasst, um die TV-Zuschauer*innen in die nächstgelegene Filiale zu führen. Mit vergleichsweise kleinem TV-Budget bewirbt die Bäckerei-Kette auf diese Weise 52 Filialen im jeweiligen Postleizahl-Einzugsgebiet. Umgesetzt wird die Kampagne von der Mediaagentur Sommer & Goßmann.

Heikel ist es hingegen häufig, die Aufmerksamkeit von Gamer*innen zu erhalten. Doch auch hier gibt es neue Möglichkeiten: Die Buchungsplattform AllMediaDesk führt jetzt eine Option ein, Audiowerbung in In-App- und In-Game-Umfeldern zu buchen. Die Audiowerbung wird dabei mit Display-Elementen kombiniert. So kann beispielsweise im Spielverlauf ein Audiospot abgespielt und mit einem klickbaren Banner begleitet werden, ohne den Spielfluss zu unterbrechen. Dem Unternehmen zufolge lagen die Klickraten der kombinierten Werbeform in bereits umgesetzten Kampagnen deutlich höher als bei reinen Display-Belegungen. Damit zeigt sich: Wer heutzutage auffallen möchte, muss sich etwas einfallen lassen. Dabei kreativ zu sein lohnt sich – auch im Bereich Marketing Tech.

Schon gehört?

Werbegestütztes Streaming-TV könnte zum Trend werden. Kürzlich hat Netflix entsprechende Pläne vorgestellt und arbeitet dazu mit Microsoft zusammen. Auch Disney Plus plant werbefinanzierte Angebote. Gartner-Analyst Eric Schmitt geht auf Martech.org der Frage nach, was dies für Mediaplaner und Vermarkter*innen bedeuten könnte.

Im Programmatic Advertising kommen ebenfalls Veränderungen auf Marketer zu. Geht die Entwicklung weg von offenen Auktionen hin zu engeren Beziehungen zwischen Publishern und Werbetreibenden? Diese mögliche Auswirkung der „Cookiekalypse“ wird aktuell auf ExchangeWire diskutiert.

Übrigens: Hat Ihre Marke ein Maskottchen? Falls ja, wäre dieser Trend vielleicht etwas für Sie: VTuber – also virtuelle Youtuber. Das Phänomen hat seinen Ursprung in Japan, nun machen sich immer mehr Marken den Trend zunutze. Erst kürzlich verwandelte Kellogg’s sein Maskottchen auf Twitch in ein interaktives 3-D-Modell. The Drum berichtet über die Hintergründe.

In diesem Sinne. Bleiben Sie inspiriert!