Nicole Bucher, Chief Growth Officer bei Shopfully

„2026 liegt für Retailer das größte Potenzial darin, KI als Shopping- und Recommendation-Layer praktisch nutzbar zu machen. Kundinnen und Kunden bewegen sich zunehmend in einem durchgehenden Flow von Recherche bis Kauf. Wer Preis-, Verfügbarkeits-, Lieferzeit- und Produktdaten sauber via Feed oder API liefert, wird in KI-kuratierten Empfehlungen deutlich öfter auftauchen. Gleichzeitig entsteht mit dem ‘algorithmic shelf’ eine zentrale Herausforderung. Es gibt weniger Sichtbarkeit und mehr Abhängigkeit von KI-Plattformen. Um relevant zu bleiben, müssen Retailer vor allem Datenqualität und die direkte Kundenbeziehung über App, Loyalty und CRM stärken.“
Olaf Peters-Kim, Geschäftsführer von Welect

„Ich sehe das größte Potenzial in multimodalen KI-Modellen, die Text, Bild, Audio und Video verarbeiten – den Grundbausteinen der Medien- und Werbewelt –, weit mehr als in Agenten. Doch KI ist nur so gut, wie die Daten, auf denen sie trainiert wird. Genau hier entstehen die Herausforderungen. Wir füttern Modelle zunehmend mit Slop, Noise und recycelter Unterhaltung. Menschen werden so auf veraltete, probabilistische Datenpunkte reduziert. Menschen ändern Gefühle, Meinungen und Interessen täglich. Fortschritt braucht daher Realtime-Signale echter Menschen, nicht synthetische Rückschlüsse aus den Daten der letzten Monate.“
Maud Pennaneac’h, Vice President Product bei Doctolib

„2026 wird das Jahr, in dem KI vor allem im Gesundheitswesen eine immense Entlastung bringen wird: KI wird medizinische Fachkräfte von Verwaltungsarbeit befreien, sodass sie sich wieder ihren Patientinnen und Patienten widmen können. KI ohne ärztliche Expertise kann zu schwerwiegenden Fehlentscheidungen führen. Das Ziel muss darum immer sein, KI mit medizinischen Fachgesellschaften und verifizierten Daten zu trainieren. Damit kann sie für die Forschung, medizinische Diagnose und die Behandlung der Patientinnen und Patienten von größtem Nutzen sein.“
Danica Thalmann, Vice President Marketing bei Teads

„2026 wird KI zur zentralen Arbeitsebene in der Mediaplanung. Wenn KI Workflows verbessert, den Datenaustausch vereinfacht und das Kampagnenmanagement unterstützt, werden Prozesse schneller, präziser und verlässlicher. Die größte Herausforderung ist jedoch, dass heutige KI-Systeme nicht dieselbe Sprache sprechen. Diese fehlende Interoperabilität bremst den Fortschritt. Offene Standards wie das AdContext Protocol und KI-fähige Plattformen wie der Teads Ad Manager ermöglichen erstmals eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Systemen. Damit kann KI ihren vollen Nutzen für Werbetreibende entfalten.“





