Suche

Anzeige

Klimawandel: Deutsche waren noch nie so besorgt

Anders als in Deutschland äußern im globalen Durchschnitt nur zehn Prozent große Bedenken wegen möglicher Umweltbelastungen. © Unsplash/Markus Spiske

Wenige Wochen nach der verheerenden Flutkatastrophe hat die Angst der Menschen vor den Folgen des Klimawandels in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt unterscheiden sich die Sorgen der Deutschen stark von denen in anderen Ländern, wie eine aktuelle Befragung von Ipsos zeigt.

Anzeige

36 Prozent der Deutschen bezeichnen den Klimawandel aktuell als eines der drei größten Sorgenthemen im eigenen Land, sechs Prozentpunkte mehr im Vergleich zum Vormonat. Noch nie wurde hierzulande ein höherer Wert verzeichnet, lautet das Ergebnis der monatlich in 28 Ländern durchgeführten Ipsos-Studie “What worries the world”.

Hochwasser schärft Bewusstsein für Klimawandel

Laut der Ipsos-Befragung sorgen sich die Menschen derzeit nirgendwo mehr um den Klimawandel als in Deutschland. Australien und Kanada (je 31 Prozent) rangieren mit deutlichem Abstand zur Bundesrepublik auf den Plätzen zwei und drei im Ranking der klimabewusstesten Nationen. Dahinter liegen die ebenfalls stark vom Hochwasser betroffenen Nachbarländer Niederlande (28 Prozent; +4) und Belgien (27 Prozent; +7), wo die Sorge ums Klima zuletzt merklich angestiegen ist.

Global gesehen zählt der Klimawandel momentan allerdings nur für 15 Prozent der Befragten zu den drängendsten Problemen im eigenen Land. Vor allem in einigen lateinamerikanischen Nationen wie Kolumbien (4 Prozent), Argentinien (3 Prozent), Peru (3 Prozent) oder Brasilien (2 Prozent) wird der Klimawandel nach wie vor kaum als wichtiges gesellschaftliches Sorgenthema wahrgenommen.

Die drei großen Sorgen der Deutschen: Armut, Corona und Klimawandel

Auch wenn die Angst vor dem Klimawandel (36 Prozent; +6) zuletzt einen neuen Höhepunkt erreicht hat, führen die Themen Armut und soziale Ungleichheit (38 Prozent; +3) und Covid-19 (37 Prozent; +2) die Sorgenskala der Deutschen noch immer knapp an. Am vierthäufigsten wird das Thema Einwanderungskontrolle genannt, jeder Vierte (24 Prozent; +1) sieht hier eines der zentralen Probleme im Land. Auf Platz 5 von insgesamt 18 abgefragten Sorgenfeldern folgt die Gefährdung der Umwelt (20 Prozent; +2). Wie schon beim Klima zeigen sich die Deutschen auch bei dieser Frage erneut besorgter als alle anderen Nationen.

Im globalen Durchschnitt äußern dagegen nur zehn Prozent große Bedenken wegen möglicher Umweltbelastungen. Andere Problemfelder werden in den meisten anderen Ländern als weitaus dringlicher eingestuft.

Besorgnis um Corona-Folgen nimmt weltweit wieder leicht zu

Auf Platz eins der weltweit größten Sorgenthemen der Menschen rangiert nach wie vor mit klarem Vorsprung das Coronavirus (37 Prozent; +1). Am größten ist die Besorgnis um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie momentan in einigen asiatischen Ländern wie Malaysia (83 Prozent), Japan (63 Prozent) oder Südkorea (59 Prozent). In 19 von insgesamt 28 befragten Ländern ist die Corona-Sorge zuletzt wieder angestiegen, besonders stark jedoch in den USA (40 Prozent; +15).

Globale und deutsche Sorgen unterscheiden sich stark

Zu den wichtigsten globalen Problemen gehören neben Armut und sozialer Ungleichheit (31 Prozent) auch die Angst vor Arbeitslosigkeit (31 Prozent), Bedenken wegen finanzieller und politischer Korruption (29 Prozent) sowie die Sorge um Kriminalität und Gewalt (25 Prozent).

In Deutschland werden diese Themenbereiche deutlich seltener als schwerwiegende Herausforderungen wahrgenommen, vor allem Arbeitslosigkeit und Korruption (je zehn Prozent) werden hierzulande nur selten genannt.

Methode

Die Umfrage wurde in 28 Ländern weltweit über das Ipsos Online Panel-System durchgeführt. Zu den untersuchten Ländern gehören Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Ungarn und die USA.

Zwischen dem 23. Juli und dem 6. August 2021 wurden 19.010 Interviews mit Erwachsenen im Alter von 18 bis 74 Jahren in den Israel, Kanada, Malaysia, Südafrika, der Türkei und den USA und zwischen 16 und 74 Jahren in allen anderen Ländern durchgeführt. Die Daten wurden gewichtet, um dem Profil der Bevölkerung zu entsprechen.

In 16 der 28 untersuchten Länder ist die Internetdurchdringung ausreichend hoch, um die Stichproben als repräsentativ für die breitere Bevölkerung in den abgedeckten Altersgruppen zu betrachten: Argentinien, Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Südkorea, Ungarn und USA.

Die verbleibenden zwölf untersuchten Länder weisen eine geringere Internetdurchdringung auf. Die Stichprobe dieser Länder repräsentiert eher die wohlhabende und vernetzte Bevölkerung. Diese Bevölkerungsgruppe hat eine wichtige gesellschaftliche Rolle und verkörpert die aufstrebende Mittelschicht.

absatzwirtschaft+

Sie wollen tägliche Insights für Ihre Arbeit im Marketing? Dann abonnieren Sie jetzt hier unseren kostenfreien Newsletter.

Anzeige

Marke

Warum Stada in den Arzneimarkt mit Cannabis investiert

Anders Fogstrup, Geschäftsführer von Stadapharm, spricht im Interview über Chancen und Hürden auf dem Markt für medizinisches Cannabis. mehr…


 

Newsticker

Warum Stada in den Arzneimarkt mit Cannabis investiert

Anders Fogstrup, Geschäftsführer von Stadapharm, spricht im Interview über Chancen und Hürden auf…

Coop Schweiz gewinnt Marketing Tech Award 2021

Coop hat den 2021 erstmalig ausgerichteten Marketing Tech Award gewonnen. Das Schweizer Handelsunternehmen…

Marktforschung vs. Performance Branding: ein Methodenvergleich

Welche Daten können helfen, um richtungsweisende Marketingentscheidungen zu treffen, um damit ihre Marke…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

  1. Umwelt! Unsere Jugend verzichted auf das Rauchen. Unsere verzichted auf den Führerschein und das eigene Auto. Unsere Jugend reist nicht mehr bzw. fligt nicht mehr. Unsere Politiker maches es vor: Sie haben keine Privatpkws mehr, verichten auf Dienstwagen und die Ehepartner nutzen auch keine PKWs mehr, Freunde nutzen PKWs nicht mehr. Voaran: Merkel und Baerbock!

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige