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Kein Wahlkampf, kein Social Media – wie Politiker nach der Wahl Facebook & Co. vernachlässigen

Offenbar haben viele Politiker und Parteien die sozialen Netzwerke immer noch nicht als Kommunikationskanal für ihre Inhalte und Ideen begriffen, sondern denken weiterhin, es sei nur eine Werbeplattform im Wahlkampf. Insbesondere auf vielen Accounts von SPD- und CDU-Politikern ist seit der Bundestagswahl nicht mehr viel los.

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Martin Schulz war einer der Gewinner im Social-Media-Wahlkampf 2017. In den letzten sieben Tagen vor der Bundestagswahl sammelte er mit seinen über 40 Facebook-Posts fast 400.000 Interaktionen ein, lag vor allen anderen deutschen Politikern. Doch wer nun gedacht hat, Schulz hätte Social Media verstanden, würde die Netzwerke auch für die Oppositions-Arbeit nutzen, wird – zumindest vorerst – enttäuscht sein. In den vergangenen zehn Tagen hat Schulz nur einen einzigen Beitrag verfasst.

Doch Schulz ist mit seiner Nach-Wahlkampf-Abstinenz auf Facebook nicht allein: Angela Merkel hat seit der Pressekonferenz nach der Niedersachsen-Wahl am 16. Oktober gar nichts mehr von sich gegeben, bei vielen anderen Politikern sieht es ähnlich aus. Die Zahl der Facebook-Posts deutscher Politiker hat sich im Vergleich zum Wahlkampf halbiert, die Zahl der Interaktionen der Nutzer ist noch stärker zurück gegangen.

Facebook ist nicht nur ein Wahlkampf-Tool

Insbesondere die großen Parteien SPD und CDU scheinen zu denken, dass Facebook ein reines Wahlkampf-Tool ist, das man nun für die nächsten dreieinhalb Jahre wieder in Ruhe lassen kann. Auch die Haupt-Facebook-Seite der SPD glänzt nicht durch Aktivität: drei Posts in den jüngsten zehn Tagen. Hoffnung macht da höchstens der für den Posten als SPD-Generalsekretär nominierte Lars Klingbeil, ein ausgewiesener Digital-Experte.

Wie man die Netzwerke auch nach dem Wahlkampf nutzen kann, zeigt wieder einmal Christian Lindner: Er postet Papiere aus den Sondierungsgesprächen, Selfies mit Horst Seehofer, Videos und Positionen zu verschiedenen politischen Aspekten. Derzeit ist Lindner der einzige Politiker, der nach Interaktionen für seine Facebook-Posts mit der Konkurrenz von Rechts und Links mithalten kann. Denn: Politiker der AfD und der Linken sind neben Lindner diejenigen, die Facebook & Co. am besten begriffen haben. Sie veröffentlichen weiterhin regelmäßig, meist mehrfach pro Tag, kritisieren die Ergebnisse der Sondierungen, trommeln für ihre Inhalte, usw.

Christian Lindner bleibt Social Media treu

Schaut man auf das Ranking der zehn nach Likes, Shares, Reactions und Kommentaren erfolgreichsten Facebook-Seiten deutscher Politiker und Parteien in den jüngsten sieben Tagen, so finden sich hier vier Pages der AfD und ihrer Politiker, drei der Linken, eine der NPD, sowie Christian Lindner plus FDP-Seite. Die Seite der CDU folgt auf Rang 19 dieser MEEDIA-Auswertung, die erste Page aus den Reihen der SPD, die der Bundestagsfraktion, auf Platz 30. Ein Armutszeugnis für die beiden großen Parteien.

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Kommunikation

Florian Heinemann

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Wie wichtig ist personifizierte Kommunikation im Marketing? Florian Heinemann, General Partner beim Berliner Frühphasen-Investor Project A, hat dazu eine klare Meinung. Im Interview mit absatzwirtschaft erklärt er zudem, was Unternehmen in diesem Zusammenhang von Tesla-Chef Elon Musk lernen können. mehr…



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