Hype oder Handwerk? Was die Branche von der OMR 2025 erwartet 

Das OMR-Festival gilt als Bühne für Trends, Technologien und Zukunftsvisionen. Doch was erwartet uns in diesem Jahr? Wir haben führende Branchenvertreter gefragt. Heute Folge 1: Mehr Tiefe, bitte!
Die OMR 2025 bringt wichtigen Köpfe und Themen der Branche auf die Bühne.
Die OMR 2025 bringt wichtigen Köpfe und Themen der Branche auf die Bühne. (© Unsplash)

Mehr Tiefe, bitte! Warum die OMR nicht nur Schlagworte liefern sollte 

Die OMR taucht ein in den KI-Hype – mit namhaften Speakern und vollen Hallen. Doch wo bleibt der Blick unter die Oberfläche? Spannende Vorträge und Masterclasses, etwa mit ChatGPT-Produktchef Nicholas Turley, zeigen die Relevanz des Themas. Doch bei allem berechtigten Enthusiasmus wäre es an der Zeit, die digitale Welt auch kritisch zu hinterfragen. 

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Joachim Bader ist Managing Partner bei Forte Digital Central Europe. (© Forte Digital)

Neben Innovationen braucht es mehr Raum für gesellschaftliche, soziale und ethische Aspekte – etwa zu KI und ihren Auswirkungen auf Wohlstand, Berufe und Bildung. Digitale Jobs verschwinden, neue entstehen – doch wer spricht über die Konsequenzen für Ausbildung, Karrieren und Rollenbilder? Auch Nachhaltigkeit wird meist nur als Marketingfaktor behandelt. All dies verlangt nach strukturellen Antworten. Die OMR darf feiern – aber sie sollte auch fordern, reflektieren und Impulse für die nächste Generation setzen. Es ist Zeit, der digitalen Euphorie mehr Tiefgang an die Seite zu stellen – auch auf der OMR-Bühne. 

OMR wird zur Real-Time-Stage 

Was auf der OMR 2025 nicht fehlen darf: Liquid Experiences – KI-generiertes Echtzeit-Marketing mit maximaler Personalisierung, basierend auf starker Kreation und erstklassigem Content. Trend? Wende! 

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Pia Schott ist Mitgründerin und Kreativgeschäftsführerin von OH-SO Digital. (© OH-SO Digital)

Gleichzeitig rücken echte Herausforderungen ins Zentrum: Es gilt, die Seele der Kunden aus der Marke heraus ansprechen und dort präsent sein, wo sie gerade sind: beim Kauf, bei der Beratung oder auf der Suche nach Inspiration. Ob auf Social, den eigenen Plattformen oder über neue Partnerschaften. Nicht weniger wichtig: KI-Agenten integrieren, Silos abschaffen, Organisation auf Echtzeit-Maßnahmen ausrichten, Automatisierungseinsparungen in Innovation investieren, statt einzusparen.  

Starke Impulse dazu geben Speaker wie Amy Webb für KI und Innovation, Prof G als neuer Klassiker für Statements, Ben Evans für den Bigger Tech Overview oder Nina Zimmermann für Bedarfe in Human Relations. Und nicht zu vergessen: die Album-Release-Party von Prompt-Artist Mieke Haase im OH-SO Showroom abends bei uns, drei Minuten von der Main Stage entfernt. 

Den Umbruch im Servicegeschäft gestalten  

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Frank Wolfram, CEO SYZYGY Group. (© Pascal Buenning)

Natürlich ist die OMR ein riesiges Happening – mit Speakern auf der großen Bühne und zahlreichen Side-Events. Ein Thema, das dort in diesem Jahr nicht fehlen darf, ist „Service as Software“: der Einsatz von KI-Agenten-Systemen in der Wissensarbeit. Denn KI-Agenten übernehmen zunehmend nicht nur einzelne Aufgaben, sondern ganze Workflows eigenständig. Die entscheidende Frage lautet daher: Was bedeutet dieser strukturelle Wandel für den Dienstleistungssektor? Aus meiner Sicht ist das Chefsache – und gehört auf die Hauptbühne jeder Konferenz. 

Impulse könnten in diesem Jahr von solchen Tech-Plattformen kommen, die massiv in Agentic Systems investieren, und von Forschenden, die sich mit der Zukunft der Wissensarbeit befassen. Denn der Wandel von Software zur autonomen Arbeitskraft wirkt als Katalysator – für neue Geschäftsmodelle jenseits zeitbasierter Vergütung. Die OMR sollte diesen Wandel bestenfalls nicht nur abbilden, sondern aktiv mitgestalten.