Mehr Tiefe, bitte! Warum die OMR nicht nur Schlagworte liefern sollte
Die OMR taucht ein in den KI-Hype – mit namhaften Speakern und vollen Hallen. Doch wo bleibt der Blick unter die Oberfläche? Spannende Vorträge und Masterclasses, etwa mit ChatGPT-Produktchef Nicholas Turley, zeigen die Relevanz des Themas. Doch bei allem berechtigten Enthusiasmus wäre es an der Zeit, die digitale Welt auch kritisch zu hinterfragen.

Neben Innovationen braucht es mehr Raum für gesellschaftliche, soziale und ethische Aspekte – etwa zu KI und ihren Auswirkungen auf Wohlstand, Berufe und Bildung. Digitale Jobs verschwinden, neue entstehen – doch wer spricht über die Konsequenzen für Ausbildung, Karrieren und Rollenbilder? Auch Nachhaltigkeit wird meist nur als Marketingfaktor behandelt. All dies verlangt nach strukturellen Antworten. Die OMR darf feiern – aber sie sollte auch fordern, reflektieren und Impulse für die nächste Generation setzen. Es ist Zeit, der digitalen Euphorie mehr Tiefgang an die Seite zu stellen – auch auf der OMR-Bühne.
OMR wird zur Real-Time-Stage
Was auf der OMR 2025 nicht fehlen darf: Liquid Experiences – KI-generiertes Echtzeit-Marketing mit maximaler Personalisierung, basierend auf starker Kreation und erstklassigem Content. Trend? Wende!

Gleichzeitig rücken echte Herausforderungen ins Zentrum: Es gilt, die Seele der Kunden aus der Marke heraus ansprechen und dort präsent sein, wo sie gerade sind: beim Kauf, bei der Beratung oder auf der Suche nach Inspiration. Ob auf Social, den eigenen Plattformen oder über neue Partnerschaften. Nicht weniger wichtig: KI-Agenten integrieren, Silos abschaffen, Organisation auf Echtzeit-Maßnahmen ausrichten, Automatisierungseinsparungen in Innovation investieren, statt einzusparen.
Starke Impulse dazu geben Speaker wie Amy Webb für KI und Innovation, Prof G als neuer Klassiker für Statements, Ben Evans für den Bigger Tech Overview oder Nina Zimmermann für Bedarfe in Human Relations. Und nicht zu vergessen: die Album-Release-Party von Prompt-Artist Mieke Haase im OH-SO Showroom abends bei uns, drei Minuten von der Main Stage entfernt.
Den Umbruch im Servicegeschäft gestalten

Natürlich ist die OMR ein riesiges Happening – mit Speakern auf der großen Bühne und zahlreichen Side-Events. Ein Thema, das dort in diesem Jahr nicht fehlen darf, ist „Service as Software“: der Einsatz von KI-Agenten-Systemen in der Wissensarbeit. Denn KI-Agenten übernehmen zunehmend nicht nur einzelne Aufgaben, sondern ganze Workflows eigenständig. Die entscheidende Frage lautet daher: Was bedeutet dieser strukturelle Wandel für den Dienstleistungssektor? Aus meiner Sicht ist das Chefsache – und gehört auf die Hauptbühne jeder Konferenz.
Impulse könnten in diesem Jahr von solchen Tech-Plattformen kommen, die massiv in Agentic Systems investieren, und von Forschenden, die sich mit der Zukunft der Wissensarbeit befassen. Denn der Wandel von Software zur autonomen Arbeitskraft wirkt als Katalysator – für neue Geschäftsmodelle jenseits zeitbasierter Vergütung. Die OMR sollte diesen Wandel bestenfalls nicht nur abbilden, sondern aktiv mitgestalten.
